Landespolitik

Offene Türen bei Schwarzbau

© Reichle

Der Streit zwischen Gerhard Walser und der Stadt geht mehrere Jahre. Nun lud er zur „Schwarzbaubesichtigung“.

Von Matthias Reichle

Landeck –Einen Tag der offenen Baustelle gibt es immer wieder. Bauwerber zeigen, was bereits umgesetzt wurde und dass der Fortschritt ihres Projekts – zumeist jedenfalls – zufriedenstellend verläuft. Umso erstaunlicher war zuletzt der Aufruf des Land­eckers Gerhar­d Walser, der zur „Schwarzbaubesichtigung“ geladen hatte. Bei Würstel und Freibier unterrichtete der Bauwerber über den stadtbekannten Streit mit den Verantwortlichen im Rathaus.

Gekommen sind dann laut Walser zwar weniger als erhofft, aber doch an die 50 Leute, die sich durch den ordner­dicken Akt der Rechtsstreitigkeiten sowie den 2015 eingestellten Rohbau seines kleinen Chalet­s, das er errichtet hatte, führen ließen – die Tiroler Tageszeitung hat mehrfach berichtet. Und viele schüttelten den Kopf.

„Ich werde in der Stadt immer wieder blöd angeredet. Was ich baue, ist komplett harmlos, wenn man sich Gebäude anschaut, die in der Stadt genehmigt werden, ist das eine Bagatelle“, erklärt der Bauherr vom Hasliweg 4 seine Beweggründe, die Baustelle an einem Abend für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit der Stadt begegnet er sich regelmäßig vor Gericht. „Derzeit sind noch zwei Verfahren am Landesverwaltungsgericht offen und drei Verfahren wegen Schadenersatz beim Zivilgericht“, so Walser. Zuletzt wurde ihm vor dem Landesverwaltungsgericht mit einer Beschwerde Recht gegeben. „Zu mir sagen die Leute, du gewinnst immer, aber es ändert sich nichts“, betont der Bauwerber. Man würde nur versuchen, das Verfahren in die Länge zu ziehen und seine Anwaltskosten in die Höhe zu treiben. Für seinen Anwalt Martin Walser könnte der Streit relativ schnell beigelegt werden. Über kurz oder lang werde es darauf hinauslaufen, dass sein Mandant bauen könne, betont er. Für ihn sei es vor allem ein Kommunikationsproblem.

Bürgermeister Wolfgang Jörg verwies auf die laufenden Verfahren. Für den Anwalt der Stadt, Ewald Jenewein, ist die Schwarzbaubesichtigung ein „Affront“ gegen die Behörde. Man versuche, diese lächerlich zu machen. Die Vorwürfe erstaunen ihn: „Es ist ausschließlich Gerhard Walser, der gegen alles, was er findet, Rechtsmittel einlegt.“ Ein Großteil der Verfahren würde von ihm ausgehen. Es handle sich um einen Schwarzbau, der nicht genehmigungsfähig und deshalb zurückzubauen sei.

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