„Keine Alternative zum Trojaner“
Mit dem Sicherheitspaket soll Zugriff auf WhatsApp, Skype und Co. möglich sein.
Wien –Mit dem von der ÖVP forcierten Sicherheitspaket könne ein Bundestrojaner nicht ausgeschlossen werden. Messengerdienste wie WhatsApp, Skype und Co. könnten ohne Softwareprogramm nicht überwacht werden. Das erklärt Sebastian Schrittwieser, IT-Sicherheitsexperte und Leiter des Josef-Ressel-Zentrums (St. Pölten).
Prinzipiell seien die am weitesten verbreiteten Betriebssysteme – Android (Google) und iOS (Apple) – so konstruiert, dass eine App nicht die Information einer anderen App lesen kann. Bei einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werde die Nachricht noch in der App verschlüsselt. Die Spionagesoftware müsse also sehr tief in das System eingreifen, sagt Schrittwieser: Sie muss vor der Verschlüsselung beim Sender oder nach der Entschlüsselung beim Empfänger ansetzen. Dies könne erfolgen, indem sie alle fünf Sekunden einen Screenshot (ein Foto vom Bildschirm) macht und speichert. Somit könne man erkennen, welche Tasten gedrückt oder welche Wörter eingegeben werden.
Bei end-to-end-verschlüsselten Messengerdiensten könne nicht einmal der Betreiber Einsicht erlangen, sagt Schrittwieser. Deshalb gibt es laut ihm keine Alternativen zum Trojaner-Einsatz, wenn man Nachrichtendienste überwachen möchte.
Im Sicherheitspaket ist vorgesehen, bei hinreichendem Verdacht und richterlicher Genehmigung die Kommunikation zwischen Endgerät und Internet zu erlauben. Zudem sei der Trojaner schwer zu steuern und somit das Auslesen des Gerätespeichers nicht auszuschließen, meint Schrittwieser.
Das Hacken von Android-Smartphones sei grundsätzlich leichter als das von Apple-Geräten, da bei Letzteren die Sicherheitsbestimmungen strenger sind. (liwe)