Halbzeit-Update für den etwas flotteren Zweier
Mit geschärftem Blick und frischen inneren Werten gehen das 2er Coupé und das 2er Cabrio von BMW in die zweite Lebenshälfte.
Von Stefan Pabeschitz
München –Ein wenig schizophren ist BMWs 2014 in den Markt gestartete 2er-Familie ja: Einerseits sind da die auf der Frontantriebs-Plattform stehenden Mini-Ableger Active Tourer und Grand Tourer, die von den Gralshütern unter den Markenfans als eine Art Nierenschaden betrachtet werden. Und dann sind da auch noch das auf der im Radstand gekürzten 3er-Plattform aufbauende Coupé und sein Oben-ohne-Pendant, das 2er Cabrio. Die beiden knackigen Sportler sind außer auf dem deutschen Heimmarkt vor allem in den USA gefragt – die bisher verkaufte Stückzahl von 140.000 ist für ein Nischenmodell doch recht imposant.
Das nunmehrige Update kommt zunächst dem äußeren Erscheinungsbild zugute: breitere Lüfteinlässe an den Stoßfängern und Scheinwerfer mit abgedunkelter Optik, ebenso wie die Heckleuchten nun serienmäßig mit LED-Technik ausgeführt. Dazu kommen drei neue Außenfarben, wobei „Seaside Blue“ der Karosserie-Linie am besten steht – vielleicht auch einfach, weil es eine feine Sommerfarbe ist. Ergänzt wird das optische Update durch ein erweitertes Angebot an Leichtmetallrädern von 16 bis 18 Zoll.
Der Innenraum wurde mit einer neuen Instrumenteneinheit aufgewertet. Die Kombination aus digitalem Hintergrund und analogen Zeigern ist bei jedem Lichteinfall gut ablesbar – wie es aber auch mechanische Instrumente für gewöhnlich immer sind. Die Verbesserung liegt somit eher auf Seiten des Herstellers: Ein mittels Software variables Display kommt insgesamt günstiger als verschiedene analoge Instrumentenfelder. Auch das Armaturenbrett selbst wurde teilweise neu gestaltet: Das etwas zu sehr um Premium-Anmutung bemühte Zierpanel in der Mitte bleibt Geschmackssache – besser gelungen ist das Update beim 8,8-Zoll-Touchscreen, kombiniert mit der neuesten Generation des iDrive-Systems, alternativ auch mit erweiterter Sprachsteuerung bedienbar. Nur die Gestensteuerung war in der digitalen Architektur der aktuellen 2er-Serie nicht unterzubringen – sie wird erst beim Modellwechsel in etwa drei bis vier Jahren Einzug halten.
Die gleichwertige Aufrüstung innen und außen erhält übrigens zugleich auch die schon im Spätherbst ihres Lebenszyklus dämmernde 1er-Serie. Neben dem 2er-Basismodell werden Coupé und Cabrio in den Varianten Luxury Line, Sport Line und M Sport angeboten, die schon namentlich selbsterklärend für ihre Ausrichtung sind. Einen Wermutstropfen gibt es für Jäger, die auch zugleich gerne Sammler sind: Die auf 750 Stück limitierte Serie M Performance Edition des 340PS starken M240i wird nicht nach Österreich geliefert – allerdings lässt sich das Serienmodell aus den M-Zubehör-Regalen aufbrezeln.
Der hochwertige Fahrspaß in einem Kompaktmodell – immerhin sind 2er Coupé und Cabrio nur ein paar Zentimeter länger als ein Golf – mit Heckantrieb ist in jeder der Motorisierungen ab dem 136PS starken 218i spür- und erfahrbar. Anspruchsvoll wird es selbstredend mit den stärkeren Motorisierungen bis hinauf zum Dreiliter-Sechszylinder M240i, der halbwegs zivil gehaltenen Vorstufe zum gleich starken, aber martialischeren M2. Auch mit dem grundsätzlich hecklastig ausgelegten Allradantrieb bleibt das Kräftespiel ausreichend spürbar, dazu kommt aber ein spürbares Plus an fahrdynamisch wertvoller Traktion.
Die Neuerungen heben den Basispreis beim Coupé auf 31.450 Euro – gegenüber dem bisherigen Tarif ein Plus von 1800 Euro, die für den Mehrwert an Beleuchtung sowie die digitalen Optionen gut angelegt sind. Beim Cabrio steigt der Basistarif um zwei Tausender auf 37.100 Euro.