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Justizwache auf den Barrikaden

Immer liberalerer Strafvollzug bei gleichzeitig immer problematischeren Häftlingen: Die Justizwache reagiert und fordert per Bürgerinitiative eine Strafvollzugsnovelle ein.

Die Arbeitsbedingungen hinter Gefängnismauern haben sich in den letzten Jahren für das Justizwachepersonal massiv geändert.
© Thomas Böhm

Von Reinhard Fellner

Wien, Innsbruck –Die Belegung der Justizanstalten hat sich grundlegend geändert. Konnten die Anstalten noch vor gut zehn Jahren über das handwerkliche Können ihrer Häftlinge als kleine Betriebe geführt werden, so findet sich heute unter den Häftlingen kaum noch eine Person mit Gesellenbrief. Der aktuelle Sicherheitsbericht 2016 über den Straf- und Maßnahmenvollzug belegt dies deutlich: „Die Zahl der Fremden in Strafhaft hat sich innerhalb des ersten Jahrzehnts des dritten Jahrtausends mehr als verdoppelt und lag 2016 bei 267 Prozent des Ausgangswerts.“ Weiter aus dem der TT vorliegenden Sicherheitsbericht: „Die Zahl der Österreicher in Untersuchungs- und Strafhaft geht seit 2001 kontinuierlich zurück und lag zuletzt nur noch bei 59 und 82 Prozent des Ausgangswerts. Der Anteil von Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft in Untersuchungshaft ist auf rund 25 Prozent zurückgegangen.“ Dies hat Auswirkungen auf die Anforderungen des Justizwachepersonals. Dazu kommen die Drogenproblematik und das Aggressionspotenzial vieler Insassen.

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