Sturmschäden, Muren: Über 200 Einsätze für Tiroler Feuerwehren
Orkanböen, überlaufene Bäche und Bäume, die auf Autos stürzten: Am frühen Sonntagabend fegte eine Gewitterfront über Tirol — und die hatte es in sich. Innerhalb von nicht einmal vier Stunden mussten die Feuerwehren knapp 220 Mal ausrücken.
Innsbruck — Nach den heftigen Unwettern am Sonntagabend ist Montagfrüh im Oberland noch die Tiroler Straße (B171) zwischen Landeck und Pians gesperrt. Auch die Abfahrtsrampe Landeck-West von der Arlbergschnellstraße (S16) konnte deswegen nicht benutzt werden. Am frühen Vormittag wurden beide Sperren wieder aufgehoben.
Im Außerfern war die Gramaiser Landesstraße (L267) zwischen Gramais und der Straßenkreuzung Häselgehr in beide Richtungen gesperrt. Bäume blockieren die Fahrbahn. Am Morgen war die Straße geräumt und wurde wieder frei gegeben.
Ab 18 Uhr standen die Freiwilligen Feuerwehren im ganzen Land im Dauereinsatz. Bis 21.45 Uhr gab es in ganz Tirol 218 Einsätze, gut 65 Feuerwehren standen im Einsatz, teilte der Betriebsleiter der Leitstelle Tirol, Gerhard Stauderer, der Tiroler Tageszeitung Online mit. Nach einem heftigen Gewitter samt vorangegangenen Sturmböen gingen Dutzende Meldungen über umgestürzte Bäume und Strommasten sowie kleinere Überschwemmungen ein. Viele Schäden gab es etwa in Wattens und Kolsass. Später verlagerte sich der Hauptschwerpunkt aber auf den Bezirk Kufstein, erklärte Stauderer. Stellenweise gab es Stromausfälle.
Vollbesetztes Auto von Baum erfasst
Auf einer Landstraße in Söll ist ein Baum auf ein fahrendes Auto gestürzt. Die vier Insassen konnten unverletzt befreit werden. Im Bereich Kufstein sorgte eine defekte Stromleitung zudem für Probleme mit der Stromversorgung. In Unterlangkampfen löste ein umgestürzter Baum eine Kettenreaktion aus: Er stürzte auf eine Stromleitung, diese riss und setzte eine Wiese in Brand. Die Feuerwehren Unterlangkampfen und Kufstein machten sich auf den Weg. Doch umgestürzte Bäume, die quer über der Straße lagen, stoppten die Einsatzfahrzeuge. Zum Glück löschte der starke Regen die Flammen schnell wieder.
Gerüst drohte umzukippen, Steine stürzten auf Gemeindestraße
In Unterlangkampfen wurde außerdem noch ein Dach fast fast zur Hälfte abgedeckt. In Kundl drohte ein Gerüst umzustürzen. Die Einsatzkräfte konnte es absichern.
Im Bezirk Kufstein mussten 24 Feuerwehren rund 120 Einsätze abarbeiten. Zahlreiche umgestürzte Bäume führten zu etlichen Straßensperren, zum Beispiel auf der B172 bei Niederndorf, der B178 bei Söll un der L211 bei Unterlangkampfen. In vielen Gemeinden kam es zudem zu Wasserschäden.
Auch im Bezirk Schwaz hatten die Freiwilligen Feuerwehren alle Hände voll zu tun. Unter anderem stürzten wegen eines umgestürzten Baumes mehrere Steine auf die Landesstraße zwischen Weer und Weerberg.
Sturmschäden in Innsbruck
Aber auch in Innsbruck hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Dort sorgten nicht nur heftige Regenfälle, sondern auch schwere Sturmböen mit bis zu 90 km/h für Schäden. Laut Messungen fegte eine Orkanböe von 166 km/h über den Stadtteil Kranebitten. Die Messung müsse allerdings erst auf seine Richtigkeit verifiziert werden, teilte die Österreichische Unwetterzentrale mit.
In der Dr.-Stumpf-Straße stürzte ein Baum um. Auch Ampeln und Masten wurden umgerissen.
Im Sellraintal fiel vorübergehend der Strom aus. In Wattens und in Kolssass stürzten Bäume auf die Straße.
Sanna sorgt für Großeinsatz in Grins
Auch im Oberland hat das heftige Gewitter zwei Bäche zum Überlaufen gebracht. Im Bezirk Landeck etwa gab es mehrere kleinere Murenabgänge. Zu Schaden ist niemand gekommen. In Grins ging die Sanna über, was für Überschwemmungen bei einer Firma im Gewerbegebiet sorgte.
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Es ist die selbe Stelle, an der im vergangenen September eine Riesenmure Schäden in Millionenhöhe anrichtete. Der Bereich sei zwar überschwemmt und verschlammt, insgesamt sei die Situation jedoch weniger bedrohlich als damals, hieß es seitens der Bezirksfeuerwehr gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online. Derzeit sind Dammbaumaßnahmen im Gang, um sicherzustellen, dass der Wasserstand nicht weiter steigt. Etwa 100 Mann mussten daher eine Nachtschicht einlegen, der Einsatz dürfte die Feuerwehren auch morgen noch beschäftigen.
Mure in Pians
In Pians sorgte am frühen Abend eine Mure im Lattenbach für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Personen mussten evakuiert, eine Brücke gesperrt werden.
(TT.com)