Mölks Benefizlithografie erweitert Afra-Edition

Mit Franz Mölk stellte sich ein weiterer herausragender Tiroler Künstler in den Dienst gegen Gewalt an Frauen.

Das Verfahren der Lithografie ist aufwändig – wie man an den verschiedenen Andrucken zum diesjährigen Kunstwerk sieht, die in der Werkstatt von Stecher & Stecher zu bewundern sind.
© Ploder

Wildermieming –Wie könnte man leben ohne Zeichnung? Sie ist ja allgegenwärtig“, formuliert Franz Mölk sein Schaffen in der Begleitschrift zur diesjährigen Präsentation der Afra-Lithografie, „wir leben in einer Abbildwelt. Es gibt in unserer Bilderflut nur ein paar Bilder – diese arbeite ich heraus.“ In einem Kommentar zu Mölks Arbeiten von Eva Gratl heißt es weiter: „Zeichnen bedeutet für Franz Mölk schreiben – seine Körper sind daher Schriftzeichen.“ Sich durch Bilder auszudrücken, spiegelt auch die Lebensweise des Tirolers wider. „Franz Mölk steht nicht gerne in der Öffentlichkeit und schon gar nicht im Rampenlicht“, präzisiert Lithograf Günther Stecher, „er ist ein ausgesprochener Nachtmensch, daran mussten wir uns auch während der Zusammenarbeit gewöhnen.“ Franz Mölk, der abwechselnd in Innsbruck, Wien und Amsterdam lebt, bei Max Weiler und Rudolf Hausner an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studierte und seit den 1970ern viel beachtete Ausstellungen und Publikationen aufweist, hält Details aus seinem Leben bewusst im Hintergrund.

So gelang es auch Landtagspräsident Herwig van Staa nur schwer, für seine Festrede Hintergründiges zum Künstler aufzuspüren. „Ich weiß zwar, dass er in diesem Jahr 70 wurde oder wird“, betonte van Staa schmunzelnd, „aber das genaue Datum kenne ich nicht, trotz Wikipedia.“

Franz Mölk ist der Schöpfer der diesjährigen Benefizlithografie.
© Ploder

Wie van Staa weiter ausführte, überzeugen die Werke des Zeichners und Malers durch ihre Ausdrucksstärke, Lebendigkeit, Präzision und ihren Detailreichtum, vor allem aber durch die stets präsente Bewegung. In ihrem Kommentar schrieb Eva Gratl dazu: „Mölks Bilder sind meistens von verträumten Frauen bevölkert, die sich ihren Sehnsüchten hinge- ben.“

Dieser Beschreibung folgt auch die diesjährige zwölffarbige Benefizlithografie, die Annaliese, Günther, Walter und Clemens Stecher im Rahmen ihrer Afra-Edition in Tirols einziger Steindruckerei in einer Auflage von 130 Exemplaren zugunsten der Tiroler Frauenhäuser und der Aktion Frauen helfen Frauen im Format 510 x 500 mm von Hand auf Büttenkarton druckten.

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Im Rahmen des diesjährigen Afra-Festes, das bereits traditionell mit einem von Abt German Erd zelebrierten Gottesdienst begann und von der Salinenmusik Hall musikalisch begleitet wurde, begann auch der Verkauf der Benefizlithografien. Die nummerierten und signierten Blätter können von nun an ungerahmt zu 380 Euro, gerahmt zu 460 bzw. 535 Euro bei Stecher & Stecher in Wildermieming direkt erworben oder unter 05264/5196 telefonisch bestellt werden.

Der Verkaufserlös wird wie in jedem Jahr im Rahmen einer Adventfeier übergeben werden. Nähere Informationen zur zwischenzeitlich seit 13 Jahren laufenden Afra-Aktion, den Künstlern und ihren Werken können auf der Homepage der Steindruckerei (stecher-stecher.at) nachgelesen werden. (tp)


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