Sillian will Bettenzahl in der Hotellerie verdoppeln

Mit der Skischaukel Sillian-Sexten müssen auch mehr Gästebetten her – und die Ortsumfahrung ist dann dringender denn je.

© Leiter

Von Catharina Oblasser

Sillian –Rund achthundert Gästebetten gibt es in der Marktgemeinde Sillian. Zu wenige, wie der Gemeinderat findet. Denn in Sillian ist ein großes Skischaukel-Projekt über die Grenze ins Südtiroler Sexten angelaufen. 40 Millionen Euro wollen der Zillertaler Liftunternehmer Heinz Schultz und die Südtiroler Drei Zinnen AG investieren. „Vor diesem Hintergrund brauchen wir auch mehr Betten“, sagt der Sillianer Bürgermeister Hermann Mitter­egger. „Zurzeit sind es 800, wünschen würden wir uns doppelt so viele.“

Grundstücke für Neubauten sind vorhanden, führt Mitteregger aus. „Zwischen dem Sporthotel und der Drau haben wir genügend touristische Vorsorgeflächen geschaffen.“ Widmungen für neue Investoren wären also kein Problem. Mitteregger kann sich Unternehmer von auswärts vorstellen, hofft aber auch auf seine Mitbürger. „Die Sillianer sollen sich ein Herz fassen und an den Aus- und Neubau von Gästeunterkünften denken“, wünscht sich der Bürgermeister.

Solche Investitionen in den Sillianer Tourismus sind Gegenstand eines neuen Leader-Projektes, das die Gemeinde zusammen mit dem Tourismusverband Osttirol ins Leben gerufen hat. „Wir wollen die Bevölkerung zu Workshops, Seminaren und Gesprächsrunden einladen und hoffen, dass sie ihre Ideen für die Zukunft im Tourismus einbringen.“

Zusätzlich zum Anstoß für den Wintertourismus durch die Skischaukel will Sillian auch im Sommer punkten. Eine Idee ist, den Wichtelpark zu erweitern und einen Badeteich zu schaffen.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Untrennbar mit dem Zustrom neuer Gäste ist auch eine Verkehrslösung für Sillian verbunden. Noch führt die Drautalbundesstraße B100 direkt durch das Ortszentrum und ist teilweise so schmal­, dass keine zwei Lkw aneinander vorbeifahren können. „Deshalb muss eine Umfahrung höchste Priorität haben“, fordert Mitteregger. „Und zwar im Norden.“ Bisherige Planungen hatten sich auf den Süden der Gemeinde konzentriert. Das ist angesichts der touristischen Entwicklung nun nicht mehr möglich. „Mit dem Land führen wir gute Gespräche in diese Richtung“, so der Bürgermeister.

Im Durchschnitt passieren täglich 6760 Kraftfahrzeuge die B100 in Sillian. Rund acht Prozent davon sind Lkw. Zum Vergleich: An der Liebherr-Kreuzung in Lienz rollen täglich 22.400 Kraftfahrzeuge über die B100.


Kommentieren


Schlagworte