Venezuela - Opposition fordert Aufklärung über Militärrebellion

Caracas (APA) - Das venezolanische Oppositionsbündnis MUD (Tisch der Demokratischen Einheit) hat von Präsident Nicolas Maduro eine detaillie...

Caracas (APA) - Das venezolanische Oppositionsbündnis MUD (Tisch der Demokratischen Einheit) hat von Präsident Nicolas Maduro eine detaillierte Aufklärung der Vorgänge im Militärstützpunkt Paramacay bei der Stadt Valencia gefordert. Während die Regierung von einem „Terrorangriff“ auf den Stützpunkt spricht, hatten im Internet Berichte über eine Rebellion von Soldaten die Runde gemacht.

In einer Erklärung von MUD hieß es am Montag unter anderem nach Angaben der Zeitung „El Nacional“: „Es ist unsere Pflicht als Vertretung der überwältigenden Mehrheit im Lande, auf einer den Tatsachen entsprechenden Erklärung zu bestehen, fern der Manipulationen und dunklen Kalküle, die das Regime charakterisieren.“ Es gebe aber keine umfassende Untersuchung, kritisierte MUD. Gleichzeitig wurde die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung gefordert. Die Streitkräfte müssten sich an ihren entsprechenden Eid halten.

Nach Angaben der Regierung überfiel eine Gruppe von uniformierten Männern Sonntag Früh den Militärstützpunkt Paramacay. Den loyalen Streitkräften sei es gelungen, den Angriff abzuwehren. Laut Maduro wurden dabei zwei der Angreifer getötet. Bei der Attacke seien unter anderem 93 russische Sturmgewehre und vier Granaten gestohlen worden. Von den zehn Angreifern seien neun Zivilisten und nur einer ein 2014 desertierter Oberstleutnant gewesen. Dieser habe flüchten können.

In einem online gestellten Video war am Sonntag ein Mann zu sehen, der sich selbst als Kommandant Juan Caguaripano bezeichnete und umringt von rund 15 militärisch gekleideten und teils bewaffneten Männern eine „rechtmäßige Rebellion“ ausrief. Er forderte die „sofortige Bildung einer Übergangsregierung und freie Wahlen“. „Wir stellen klar, dass dies kein Staatsstreich ist. Es handelt sich um eine Aktion von Bürgern und Militärs, um die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen“, erklärte Caguaripano, nach eigenen Angaben ein früherer Offizier der Nationalgarde.

Maduro beschuldigte den Ex-Offizier und seine Mitstreiter, im Sold der Rechten und der USA zu stehen. Seit seiner Desertion habe er in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern und in den USA gelebt.

Die Streikräfte (FANB) erklärten in einem Kommunique, dass es einen Terrorangriff auf die Militärbasis Paramacay durch eine Gruppe „ziviler Krimineller in Militäruniformen“ gegeben habe. Der Angriff habe zurückgeschlagen werden können, es habe mehrere Festnahmen gegeben. Die Angreifer hätten gestanden, von Aktivisten der extremen Richten mit Verbindungen zu ausländischen Regierungen angeworben worden zu sein.

Der Vorfall ereignete sich im bevölkerungsreichsten und geschichtsträchtigen Bundesstaat Carabobo. Auf seinem Territorium fand 1821 unter dem Kommando von Simon Bolivar die entscheidende Schlacht von Carabobo im Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier statt.


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