Mayrhofner Bergbahnen: Der Sommer wird lukrativer

Die Bergbahnen im Zillertal investieren verstärkt ins sommerliche Bergerlebnis, denn die Umsätze steigen. Am Ahorn, wo jetzt ein Badesee mit Wasserspielwelt Familien begeistert, wurden 700.000 Euro verbaut.

Josef Reiter am Ahornsee mit seiner neuen Wasserspielwelt für Kinder.
© Dähling

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Ein Schloss aus Holz entpuppte sich als Goldesel. Denn das Spielparadies „Fichtenschlössl“ unweit der Rosenalmbahn-Bergstation in Rohrberg bescherte den Zeller Bergbahnen im Eröffnungssommer 2016 ein sattes Umsatzplus. „Und zwar von rund 40 Prozent“, ist selbst Jose­f Reiter, Sprecher der Interessengemeinschaft Zillertaler Seilbahnen und Direktor der Mayrhofner Bergbahnen AG, beeindruckt. „Seit drei, vier Jahren gehen die Umsätze bei den Bergbahnen im Zillertal im Sommer leicht bergauf – im Schnitt so zwischen fünf und zehn Prozent“, sagt er. Mit ein Grund: der Klimawandel, der für mehr sonnige und heißere Tage sorgt. „Zudem gilt es ein Erlebnis zu bieten, das über das Basisangebot Wandern hinausgeht“, meint Reiter. Die Zillertaler Bergbahnen setzen hier besonders auf familien- bzw. kindgerechte Erlebnisse.

Jüngstes Beispiel: das Areal rund um die Ahornbahn-Bergstation. 700.000 Euro wurden hier heuer von den Mayrhofner Bergbahnen investiert. „Ich musste mich nach dem Ausscheiden des zweiten Vorstands Michae­l Rothleitner mit Marketing beschäftigen“, schickt Josef Reiter erklärend voraus. Mit seinen Mitarbeitern startete er einen Strategie- und Produktentwicklungsprozess. Dabei wurde auch erhoben, was die anderen Sommerbahne­n im Tal schon alles bieten, und mit ihnen abgestimmt. Und nun steht der Masterplan für die nächsten drei Jahre für die Ahorn- und Penkenbahn. Fazit: Es wird weniger extrem sportlich und stattdessen kindertauglicher auf beiden Mayr­hofner Bergen im Sommer zugehen. „Wir haben etwa am Penken einfachere Kletterrouten dazugebaut“, sagt Reiter.

„Kaiser“ Franz Eberharter (r.) gestaltete die Adler-Skulptur, die seit Kurzem am Eingang der Adlerbühne von Falkner Didi Wechselberger (l.) steht.
© Mayrhofner Bergbahnen

„Ahorn“ prangt in riesigen versetzt stehenden Holzbuchstaben jetzt neben der Ahornbahn-Bergstation. „Da werden ganz viele Fotos gemacht und um die Welt geschickt“, verweist Reiter auf die gewünschte Werbewirkung. Auch eine neue Aussichtsplattform mit vielen Infos zur Bergwelt gibt es und sogar an einigen Abenden mit dem Silent Cinema ein ganz besonderes Kinoerlebnis auf fast 2000 Metern Seehöhe. Seit neun Jahren Publikumsmagnet ist zudem bekanntlich die Greifvogelshow.

Zu einem weiteren Publikumsmagnet hat sich der Ahornsee entwickelt, der heuer um zwei Drittel vergrößert und mit Liegen, Bänken, Tischen, einer Wasserspiel-Landschaft inklusive eines Floßes zu einer erfrischenden Erlebniswelt ausgebaut wurde. Ein neuer Weg samt neuem Bach verbindet ihn mit einem neuen, kleinen zweiten See. „Hier werden im nächsten Sommer weitere Attraktionen zu finden sein“, sagt Reiter. Zudem soll der Weg zum Filzenköpfl ausgebaut und zu einem Themenweg erweitert werden.

Zur urigen Rast lädt der neue Genussplatz auf der Panoramaplattform ein.
© Dähling

Wem die „echte“ Natur reicht bzw. lieber ist, geht vom Ahornsee nur wenige Schritte weiter. „Denn hinterm Gatter beginnt der Hochgebirgsnaturpark Zillertaler Alpen“, sagt Reiter. Gäste und Einheimische goutieren jedenfalls die Mischung aus naturnah angelegter Erlebniswelt und dem geschützten Naturpark: Weit über tausend zieht es täglich auf den Ahorn.

Beliebtes Fotomotiv sind die riesigen „Ahorn“-Buchstaben.
© Dähling

Kommentieren


Schlagworte