Oxfam fordert Wiederherstellung der Energieversorgung im Gazastreifen

Gaza/Jerusalem (APA/AFP) - Für die Menschen im Gazastreifen hat sich die Versorgung mit Strom und Wasser nach Angaben der Hilfsorganisation ...

Gaza/Jerusalem (APA/AFP) - Für die Menschen im Gazastreifen hat sich die Versorgung mit Strom und Wasser nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam dramatisch verschlechtert. Ursache seien vor allem die seit April anhaltenden Einschnitte in der Stromversorgung, für die sowohl die palästinensische Autonomiebehörde als auch die israelische Regierung verantwortlich seien, erklärte Oxfam am Dienstag.

Die Bevölkerung habe kaum noch Zugang zu sauberem Wasser, Hygiene und Gesundheitsfürsorge. Bereits nach dem Gaza-Krieg im August 2014 waren laut Oxfam die Hälfte der Abwasseraufbereitungsanlagen außer Betrieb. Heute funktioniere keine einzige mehr. In der Folge habe sich die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen Hygieneeinrichtungen auf zwei Millionen mehr als verdoppelt. Damals hatten demnach rund 80 Prozent der Bewohner des Gazastreifens vier Stunden Strom am Tag, heute seien es häufig nur noch zwei Stunden.

Die jüngste Verschärfung der Krise ist nach Darstellung Oxfams eine Folge der Drosselung der Stromzufuhr in den Gazastreifen um 40 Prozent, die die israelische Regierung auf Wunsch der Autonomiebehörde vornahm. Diese liegt im Streit mit der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas.

Die „extreme Drosselung“ der Stromversorgung stelle „eine unrechtmäßige Strafmaßnahme gegen die gesamte Bevölkerung dar“ und müsse „sofort“ beendet werden, erklärte Chris Eijkemans, Oxfams Landesdirektor für Israel und die Palästinensergebiete. „Die Not der Zivilbevölkerung in Gaza für politische Zwecke zu missbrauchen, ist unverantwortlich.“

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