Der neue Russe soll in Schwaz ein Bestseller werden

Mit Alexander Pyshkin (30) verpflichtete Schwaz Handball Tirol keinen Literaten, sondern einen Abwehrchef mit Erfahrung und Kampfgeist.

Alexander Pyshkin verteidigte 2015 für Russland bei der Weltmeisterschaft.
© imago

Von Benjamin Kiechl

Schwaz – In Schwaz wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nach dem Karriereende von Balthasar Huber, der in den vergangenen zwei Jahren als Abwehrchef aufgebaut worden war, klaffte eine große Lücke. Die soll nun der Russe Alexander Pyshkin füllen.

Der Kreisläufer, der klingt wie Russlands Nationaldichter, hat aber ganz andere Qualitäten: Er ist ein 1,97-Meter-Hüne mit 102 Kilogramm. In der Kontaktsportart Handball ein Fels in der Brandung. „Er wird uns bestimmt helfen“, sagt Schwaz-Trainer Raúl Alonso. Der mehrfache russische Nationalspieler kann auf zwei WM- (2013, 2015) und eine EM-Teilnahme (2014) verweisen. Mit seinen 30 Jahren bringt der gebürtige St. Petersburger Erfahrung mit. Genau das, was Alonso eben braucht: „Sascha hat eine enorme körperliche Präsenz und muss sofort funktionieren.“ Zwei Testspiele hat er wegen der fehlenden Visa-Bestätigung, die erst gestern mit Verzögerung eingetrudelt war, bereits versäumt. Die Zeit drängt, schließlich soll Pyshkin ein Bestseller werden und Schwaz zu neuen Höhen führen.

Mit Goalie Aliaksei ­Kishov, der den Neuzugang von seiner Zeit in St. Petersburg kennt, hat er einen Fürsprecher. Zusammen mit Anton Prakapenia soll der „Ostblock“ die Abwehr dichtmachen. Pyshkin, der zuletzt bei Tremblay in Frankreich spielte, freut sich auf die neue Aufgabe in Tirol: „Ich bin bereits seit zwei Jahren mit Schwaz in Kontakt und bin froh, dass es jetzt mit dem Wechsel geklappt hat. Aliaksei Kishov hat mir im Vorfeld viel Gutes über den Verein und Tirol erzählt“, wurde er in einer Aussendung zitiert.

Mit ihm soll HLA-Semifinalist Schwaz auch in der kommenden Saison ins ober­e Play-off einziehen. Alonso: „Und dann ist vieles möglich.“ Los geht es am 1. September gegen die Fivers. „Die Mannschaft ist durch den Halbfinaleinzug noch mehr zusammen­gewachsen. Ich bin zufrieden mit der Entwicklung“, erzählt der Coach optimistisch.

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Wissend, dass auch die Gegner („Hard und Fivers sind die üblichen Verdächtigen“) aufgerüstet haben. An der neuen Stärke von Rekordmeister Bregenz ist der Deutsch-Spanier selbst „mitschuldig“. Er kennt Neo-Trainer Jörg Lützelberger schon aus seiner Zeit in Deutschland und hat den Wechsel zu den Vorarlberger­n quasi eingefädelt.

Neben Top-Transfer Pysh­kin haben die Schwazer mit Sebastian Spendier von Leobe­n ein Rückraum-Talent verpflichtet. Der 20-Jährige ist mehrfacher Nationalspieler im 96er-Team. Weitere Neuzugänge sind Phillip Walsk­i und Michael Miskovez, die beide auch für das Bundesliga-Team in Innsbruck einsatzberechtigt sind. Nicht mehr zum Kader gehören neben Huber noch Danie­l Sprenger (Karriereende), die abgewanderten Legionäre Hleb Harbu­z und Michael Nicolaisen.

Noch immer nicht ganz fit ist Regisseur Matias Helt Jepsen, der seit Mai an einer Schambeinentzündung laboriert. Sein Einsatz beim Erima-Cup am Wochen­ende (siehe Factbox) sei fraglich. Dafür wird Pyshki­n sein Debüt geben und den Gegnern erstmals die Leviten lesen ...

Erima Cup in der Schwazer Osthalle

Samstag: Innsbruck – Fürstenfeldbruck (10 Uhr), Schwaz – Amicitia Zürich (12 Uhr), Amicitia Zürich – Fürstenfeldbruck (17.15 Uhr), Fürstenfeldbruck – Schwaz (19.30 Uhr).

Sonntag:

Innsbruck – Amicitia Zürich (11 Uhr), Schwaz – Innsbruck (14 Uhr).


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