Schwimmender Däne machte seinen Traum wahr

Morten Vesterager schwamm in drei Tagen im Inn von Mötz bis Kufstein, genoss das Bergpanorama – und schwelgte in Erinnerungen.

© Vesterager

Von Michael Domanig

Innsbruck –„Es war ein großes Abenteuer“, sagt Morten Vesterager und lächelt zufrieden. In drei Tagesetappen hat der 38-jährige Däne die Strecke von Mötz bis Kufstein zurückgelegt – wohlgemerkt als Schwimmstrecke im Inn.

Eigentlich hätte der begeisterte „Open Water“-Schwimmer ja noch ein Stück weiter flussaufwärts, in Haiming, starten wollen (die TT berichtete). „Aber als ich die Strömung dort sah, fühlte ich mich noch nicht sicher genug. Vieles über einen Fluss lernt man erst unterwegs.“ Davon abgesehen, sei alles planmäßig verlaufen – Vesterager war sogar schneller unterwegs als gedacht: Tag eins führte ihn von Mötz bis Innsbruck (ca. 40 km), Tag zwei von Innsbruck bis Breitenbach (54 km) und Tag drei dann die restlichen 19 Kilometer bis Kufstein, wo der Schwimmer schon am Montag von seinen mitgereisten Eltern empfangen wurde.

Als "großes Abenteuer“, bezeichnet Morten Vesterager seine Schwimmtour.
© Vesterager

Dass der Inn wegen der starken Regenfälle viel Wasser führte, „war für mich nicht schlecht“, meint Vesterager, „die Strömung war gut und die Wassertiefe an allen Stellen ausreichend“. Mit bis zu 12 km/h rauschte der Däne Inn-abwärts. Dass im Gegensatz zu Donau oder Elbe – auch dort schwamm Vesterager bereits – auf dem Inn kein Schiffsverkehr herrscht, genoss er sehr: „Das gab mir Freiheit, ich konnte mich auch in der Mitte des Flusses bewegen.“ Die größte Gefahr seien Steine gewesen, an denen er sich mehrfach die Beine anschlug, die Kälte steckte Vesterager in seinem Tauchanzug dagegen locker weg: Schließlich schwimmt er daheim in Dänemark auch bei Temperaturen um die null Grad im Meer.

Das Tiroler Bergpanorama beeindruckte den Mann aus dem Norden, der, wie er sagt, auf einem flachen „Pfannkuchen“ lebt, besonders. Die Strecke durch Innsbruck wiederum rief schöne Erinnerungen wach: 2003 war Vesterager als Austauschstudent in der Stadt, damals wurde auch die Grundidee geboren: „Ich überlegte, ob ich zur Uni schwimmen könnte, machte aber niemals einen Versuch.“ Das Open-Water-Schwimmen begann er erst in Dänemark.

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Bei jeder Innbrücke hätten ihn Leute beobachtet, erzählt er lachend. „Ich habe sie dann immer gegrüßt, damit sie wissen, dass ich freiwillig im Wasser und nicht hineingefallen bin.“ Auch sein mitgeführtes „Versorgungsboot“ habe das klar signalisiert.

Vesterager hat übrigens schon den nächsten Traum: Er würde gerne den Inn von Martina in Graubünden bis Kufstein durchschwimmen. Ob das überhaupt möglich ist, wisse er noch nicht. „Aber ich werde zurückkommen und die Strecke genau studieren.“


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