Auch Tirol prüft Eier, bislang keine Verdachtsfälle

Nach dem Skandal um verseuchte Eier aus Belgien wird auch in Tirol auf Fipronil kontrolliert. Die EU leitet Verfahren gegen Belgien ein.

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Innsbruck, Wien, Brüssel –Wegen der Fipronil-verseuchten Eier, die in Deutschland, Belgien und den Niederlanden aufgetaucht waren, stehen österreichische Behörden laufend in Kontakt mit den betroffenen Ländern. Große Eierpackstellen wie in Ostösterreich gebe es zwar im Westen nicht, stichprobenartig werde trotzdem auf das Insektizid „Fipronil“ geprüft, erklärt Reinhold Antoniacomi von der Landessanitätsdirektion.

Fipronil sei nicht erlaubt, auch seine homoöpathische Form „Dega-16“ sei weder bei Geflügel noch als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft gestattet. Bis jetzt gibt es keine Anzeichen, dass österreichische Geflügelbetriebe von der Thematik betroffen sind. Im heimischen Lebensmittel-Einzelhandel sind fast ausschließlich österreichische Frischeier erhältlich. Wenn Konsumenten österreichische Eier im Supermarkt kaufen, besteht laut aktuellen Erhebungen der Behörden und Untersuchungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) keine Gefahr.

Die AgrarMarkt Austria (AMA) zog vergangene Woche 30 Marktproben österreichischer Frischeier und ließ sie untersuchen. In keiner einzigen Probe wurde Fipronil nachgewiesen. „Die einheimischen Eier sind am Länderkürzel ‚AT‘ auf der Stempelung auf dem Ei beziehungsweise am rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel klar erkennbar“, erklärt Genia Hauer von der AMA.

Auch das Gesundheitsministerium lässt vorsorglich alle Eier in Österreich, die für eine Untersuchung zur AGES gelangen, auf das Insektizid Fipronil untersuchen. Außerdem wurde mit den zuständigen Leitern der Lebensmittelaufsicht in den Bundesländern vereinbart, dass Betriebe, die möglicherweise Eier aus dem Ausland beziehen, kontrolliert werden. „Wir wollen sichergehen, dass keine Produkte mit diesem Mittel in Österreich in den Handel kommen“, betont Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ). Belgien droht im Skandal nun ein EU-Verfahren. Es sei bekannt geworden, dass die Behörden schon seit Anfang Juni von einem Verdachtsfall in einem Betrieb wussten, die EU-Kommission sei aber erst am 20. Juli über die Vorfälle informiert worden, das sei eine Vertragsverletzung. Die EU-Kommission sieht die Verantwortung zum Schutz der Verbraucher im Falle der verseuchten ­Eier bei den nationalen Behörden. (APA, ver)


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