Flüchtlinge - EU-Parlamentspräsident urgiert EU zu Afrika-Strategie

Rom (APA) - EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani drängt die EU zu einer umfangreichen Strategie unter UNO-Aufsicht für Afrika. „Wenn Millio...

Rom (APA) - EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani drängt die EU zu einer umfangreichen Strategie unter UNO-Aufsicht für Afrika. „Wenn Millionen Flüchtlinge nach Europa kommen, werden nicht alle in Italien bleiben. Zwei Panzer an der österreichischen Grenze werden nicht genügen, um Millionen Menschen aufzuhalten“, so Tajani im Interview mit dem Staatssender RAI am Dienstag.

Das Migrationsproblem betreffe nicht nur Italien, Malta, Griechenland, oder Spanien, sondern die ganze EU. Angesichts der demografischen Explosion in Afrika sei ein „Marshall-Plan“ für Afrika unter UNO-Regie notwendig. „Afrika wird 2050 2,5 Milliarden Einwohner zählen. Man muss Afrika eine stabile Situation garantieren, damit es zu einem großen Ansprechpartner Europas werden kann“, betonte der Italiener.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sei eine der wenigen Regierungschefs mit einer weitsichtigen Vision zu Afrika. „Nicht umsonst hat Merkel mehrere Länder der Afrikanischen Union besucht. Wir müssen alle zusammen in diese Richtung arbeiten“, argumentierte Tajani.

Der Italiener drängte Brüssel zu hartem Durchgreifen gegen jene EU-Länder, die sich im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik nicht solidarisch verhalten. „Zu viele EU-Länder sind egoistisch, in sich selbst verschlossen. Sie begreifen nicht, was in den nächsten Jahren geschehen wird. Man muss diesen Ländern klarmachen, dass man in der EU nicht nur Geld kassiert, ohne auch etwas zu geben“, so Tajani.

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