BVwG formulierte weitere Auflagen für Tiwag-Kraftwerk Sellrain-Silz

Innsbruck (APA) - Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat grundsätzlich grünes Licht für die Erweiterung des Tiwag-Kraftwerks Sellrain-Silz ...

Innsbruck (APA) - Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat grundsätzlich grünes Licht für die Erweiterung des Tiwag-Kraftwerks Sellrain-Silz gegeben, gleichzeitig aber weitere Auflagen formuliert. Vorstandsdirektor Johann Herdina freute sich am Dienstag über „den nächsten Schritt zur Realisierung des Ausbauprojektes“, betonte aber, dass die übermittelten Unterlagen zunächst geprüft werden müssten.

Nach Prüfung der Unterlagen bedürften „mögliche weitere Schritte“ jedenfalls der Genehmigung durch Aufsichtsrat und Vorstand. „Natürlich sind es Auflagen, die Geld kosten - aber sie verunmöglichen das Projekt keinesfalls“, erklärte Herdina gegenüber der APA. Um wie viel das Projekt jetzt teuerer wird, konnte er vorerst nicht beziffern: „Zunächst müssen wir die übermittelten Unterlagen prüfen“. Auch bleibe abzuwarten, ob etwaige Beschwerdeführer den weiteren Rechtsweg, also den Gang zum Verwaltung- bzw. Verfassungsgerichtshof beschreiten.

Die Auflagen des BVwG sehen unter anderem am Inn zwischen Stams und Rietz Revitalisierungsmaßnahmen vor. Zudem beträfen sie die Mündungspassierbarkeit des Herztalbaches und des Leiblfinger/Pettnauer Gießen. Auch sei eine Ersatzmaßnahme im Umfang von 2,5 Hektar für den Verlust von Feuchtlebensräumen vorgeschrieben.

Die Projektunterlagen für die Erweiterung der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz um das Pumpspeicherkraftwerk Kühtai reichte der Landesenergieversorger 2009 zur Genehmigung bei der UVP-Behörde ein. Im Juni 2016 wurde der positive Bescheid in erster Instanz ausgestellt. Jetzt habe das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) in Wien in zweiter Instanz grundsätzlich grünes Licht für den Ausbau gegeben, so die Tiwag am Dienstag.

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Die Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz wurde 1981 eröffnet und produziert mit den beiden Speichern Finstertal und Längental nach Angaben der Tiwag jährlich 450 Gigawattstunden (GWh). Die Tiwag plant den Ausbau dieser Kraftwerksgruppe um ein Speicherkraftwerk, das im Wesentlichen aus drei Anlagenteilen besteht: dem neuen Speichersee Kühtai, dem Pumpspeicherkraftwerk „Kühtai 2“ und dem Beileitungsstollen, über den Wasser aus dem Stubai- und dem Ötztal zum Speicher geführt wird. Mithilfe des neuen Speichers soll die Wasserspeicherkapazität der Bestandsanlage um rund 50 Prozent erhöht werden, hieß es.

~ WEB http://www.tiroler-wasserkraft.at ~ APA227 2017-08-08/12:55


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