Weltkatzentag: Die Leiden der Samtpfoten

Am 8. August ist Weltkatzentag. Nicht immer haben die Vierbeiner einen Grund zum Feiern. Der Aktionstag soll auf die Probleme der Samtpfoten hinweisen.

(Symbolfoto)
© Keystone

Innsbruck — Wer sich selbst stolzer Katzenbesitzer nennen darf, weiß: Die Samtpfoten bestehen eigentlich 365 Tage im Jahr darauf, dass sich die Welt um sie dreht. Seit 15 Jahren allerdings ist den Fellknäuel weltweit der 8. August als eigener Feiertag gewidmet. Als der Aktionstag ins Leben gerufen wurde ging es Tierschützern darum, an eine artgerechte Haltung von Katzen zu appellieren und den Artenschutz in den Vordergrund zu stellen. Seither nutzten große Umweltorganisationen den Weltkatzentag, um auch auf das Schicksal vom aussterben bedrohter Großkatzen aufmerksam zu machen.

Kastrationspflicht zum Schutz der Tiere

Während die großen Artgenossen mit ihren eigenen Problemen wie Trophäenjägern und einem schrumpfenden Lebensraum zu kämpfen haben, befinden sich auch die Stubentiger in teilweise prekären Lagen. Die exlposionsartige Vermehrung wild lebender Katzen hat nicht nur zu einer Überpopulation geführt. In Österreich werden etwa 1,6 Millionen Katzen als Haustiere gehalten. Dazu kommen noch unzählige Streuner und wildlebende Tiere, die sich unkontrolliert vermehren. Ein einziges Katzenpaar kann nach fünf Jahren über 12.000 Nachkommen haben. Durch jahrzehntelange Inzucht entwickelten sich neue Krankheiten — darunter das im Volksmund „Katzenaids" genannte Feline Immundefizienz-Virus (FIV) — die sich speziell unter den frei lebenden Tieren rasant verbreiten. Seit 1. April letzten Jahres ist es in Österreich per Gesetz vorgeschrieben, dass Katzenbesitzer jene Tiere, die Zugang ins Freie haben, kastrieren lassen. Neu daran ist, dass nun auch auf Bauernhof lebende Tiger darunter fallen. Damit will die Regierung in Zusammenarbeit mit den Tierschutzorganisationen durchgreifen und die unkontrollierte Fortpflanzung verhindern.

Der Tierschutzverein für Tirol hat ein eigenes Wildkatzenkastrationsprogramm ins Leben gerufen. 2016 wurden 567 streunende Mietzen kastriert, tierärztlich behandelt, versorgt und wieder in die Freiheit entlassen. Im ersten Halbjahr 2017 waren es 257 Katzen.

Illegale Heimatsuche?

Während viele Tierliebhaber noch darüber streiten, ob eine Zwangskastration die richtige Lösung für das stetig wachsende Problem sein kann, sehen Tierschutzorganisationen schon das nächste Problem: Eine neue Regelung im Tierschutzgesetz verbietet es seit 1. Juli 2017, Katzen und Hunde im Internet zur Vergabe oder zum Verkauf anzubieten - TT.com hat berichtet. Das Ziel sei es, dem illegalen Welpenhandel und damit verbundenem Tierleid den Riegel vorzuschieben. Zum Unmut vieler ehrenamtlicher Helfer, die vor allem über Facebook regelmäßig heimatlose Vierbeiner vermittelten. Bis zum Ende der Übergangsfrist im Juli 2018 verspricht das zuständige Bundesministerium allerdings noch Gesetzesanpassungen. Dies hoffen auch die Tierheime, die auf die private Unterstützung angewiesen sind. Allein in den vier Heimen des Tierschutzvereins für Tirol warten derzeit über 188 Katzen und 159 Hunde auf ein neues zu Hause.

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