HRW kritisiert Aberkennung von Wohnrecht in Ost-Jerusalem

Jerusalem (APA/AFP) - Human Rights Watch (HRW) hat Israel gewarnt, dass die Aberkennung des Wohnrechts von Palästinensern in Ost-Jerusalem a...

Jerusalem (APA/AFP) - Human Rights Watch (HRW) hat Israel gewarnt, dass die Aberkennung des Wohnrechts von Palästinensern in Ost-Jerusalem als Kriegsverbrechen gewertet werden könnte. Seit der Besetzung des Ostteils der Stadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 sei fast 15.000 Palästinensern ihr Wohnrecht in Ost-Jerusalem aberkannt worden, schrieb die Menschenrechtsorganisation in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Zumeist sei dies mit der fortgesetzten Abwesenheit der Betroffenen begründet worden, erklärte HRW. Durch den Verlust ihres Aufenthaltsrecht würden sie effektiv aus der Stadt ihrer Geburt vertrieben. „Israel behauptet, Jerusalem als eine Stadt zu behandeln, doch die Realität ist, dass für Juden andere Regeln gelten als für Palästinenser“, kritisierte die HRW-Direktorin für den Mittleren Osten, Sarah Leah Whitson.

Die Deportation oder erzwungene Vertreibung einer Volksgruppe aus einem Gebiet könne gemäß der vierten Genfer Konvention als Kriegsverbrechen gewertet werden, warnte HRW. Israel hatte Ost-Jerusalem 1967 besetzt und anschließend in einem Schritt, der international nie anerkannt wurde, annektiert. Mehr als 300.000 Palästinenser leben heute in Ost-Jerusalem, ohne die israelische Staatsbürgerschaft zu haben.

Sie haben das Recht, die israelische Nationalität zu beantragen, doch verzichten die meisten darauf, da sie dies als Anerkennung der israelischen Souveränität über ihre Heimatstadt sehen.


Kommentieren