Wirbel um Flüchtlingsthema bei Schulz-Besuch in Jena

Berlin (APA/Reuters) - Bei einem Wahlkampfbesuch des deutschen Kanzlerkandidaten Martin Schulz in Jena (Bundesland Thüringen) hat das Flücht...

Berlin (APA/Reuters) - Bei einem Wahlkampfbesuch des deutschen Kanzlerkandidaten Martin Schulz in Jena (Bundesland Thüringen) hat das Flüchtlingsthema für Wirbel gesorgt, obwohl es nicht zur Sprache kam. „Wir bitten Sie darum, ‚Flüchtlinge/Migration‘ nicht zu thematisieren“, hieß es auf einem Handzettel der Arbeiterwohlfahrt vor dem Besuch des SPD-Chefs am Dienstag in einem von der AWO betriebenen Mehrgenerationenhaus.

Bei dem Besuch solle es vor allem um das Zusammenleben von Generationen, Familie, Pflege, Alter und Pensionen gehen, hieß es zur Begründung. Schulz zeigte sich überrascht, als er von Besucherinnen darauf angesprochen wurde. „Ich hätte Ihnen so einen Zettel nicht gegeben.“

Ein Sprecher Schulz‘ sagte anschließend: „Jeder kann natürlich mit Martin Schulz über jedes Thema reden.“ Der Chef der AWO Jena-Weimar, Frank Albrecht, sagte, seine Organisation hätte gerne auch positive Beispiele der Flüchtlingsintegration zur Sprache gebracht. Die SPD habe immer ein offenes Ohr für die Flüchtlingshilfe. „Wir sind da keinen Millimeter auseinander.“

Bei der Vorbereitung des Besuchs habe die SPD-Zentrale aber darum gebeten, sich angesichts der Kürze der Zeit auf die Themen Generationengerechtigkeit und Pflege zu konzentrieren. Daher habe die AWO den Zettel geschrieben. Eine Bewohnerin sagte, die Hausgemeinschaft sei vor etwa einer Woche informiert worden. Als Maulkorb habe sie dies nicht empfunden.

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