Taliban ließen nach Angriff auf Dorf in Afghanistan 235 Geiseln frei

Mazar-i-Sharif/Kabul (APA/AFP) - Nach einem Angriff mit mutmaßlich dutzenden Toten auf ein Dorf im Norden Afghanistans haben die radikalisla...

Mazar-i-Sharif/Kabul (APA/AFP) - Nach einem Angriff mit mutmaßlich dutzenden Toten auf ein Dorf im Norden Afghanistans haben die radikalislamischen Taliban 235 Geiseln freigelassen. Die Bewohner des Ortes seien nach Verhandlungen unter Vermittlung von Stammesältesten und Regierungsvertretern frei gekommen, teilte die Provinzregierung am Dienstag mit.

Eine „unbekannte Anzahl“ von Geiseln befinde sich aber weiterhin in der Gewalt der Islamisten. Ein Vertreter der afghanischen Sicherheitskräfte sagte, etwa hundert Menschen würden noch in dem mehrheitlich schiitischen Dorf Mirzawalang festgehalten.

Nach Angaben der örtlichen Behörden hatten die Taliban die abgelegene Ortschaft am Wochenende gemeinsam mit Kämpfern der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) gestürmt und etwa 50 Männer, Frauen und Kinder getötet. Die Regierung in Kabul geht von mindestens 34 Toten aus.

Die Taliban bestätigten die Einnahme des Dorfes, dementierten aber, für den Tod von Zivilisten verantwortlich zu sein. In der abgelegenen Region sind auch IS-Kämpfer aktiv. Die einstmals verfeindeten Extremistengruppen haben sich nach Angaben von Sicherheitsexperten in einigen Gebieten zusammengeschlossen, um die afghanische Armee zu bekämpfen


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