Blechtafeln in Reith sind Denkmalamt ein Dorn im Auge

Von Wolfgang Otter...

Eine der Tafeln bei der Kirche, die nun entfernt wurden.
© Lutz

Von Wolfgang Otter

Reith i. .A. –Verärgert ist der bekannte Chronist Martin Reiter aus St. Gertraudi (Reith i. A.) über die Vorgangsweise des Bundesdenkmalamtes. Das hatte nämlich veranlasst, dass der 2015 auf Initiative von Reiter aufgestellte Stabat-Mater-Weg rund um die Pfarrkirche St. Gertraudi wieder entfernt werden musste. Der bei einem Malkurs im Stofflhäusl entstandene Marienkreuzweg sei etwas ganz Besonderes und in Österreich einmalig, erklärt Reiter. Entsprechend viele Menschen hätten ihn besucht.

Seit wenigen Tagen sind die Tafeln weg. Reiter musste zur Kenntnis nehmen, dass der Landeskonservator Reinhard Rampold eine andere Meinung darüber hat. Dieser verweist in einer E-Mail an Reiter darauf, dass die Kirche unter Denkmalschutz stehe und sämtliche Veränderungen einer schriftlichen Genehmigung des Bundesdenkmalamtes und des erzbischöflichen Bauamtes bedürfen. Es ginge nicht an, „die Kirche wie ein Wohnzimmer zu dekorieren und mit Objekten fragwürdiger künstlerischer Qualität auszustatten“, fährt Rampold weiter fort und meint: „Dazu gehören im konkreten Fall nicht nur die Blechtafeln, sondern auch die Blechfiguren in der Fassadennische und die Blechinstallation auf Rädern, die im rückwärtigen Bereich der Kirche steht. Die ebenfalls ohne Genehmigung erfolgte Aufstellung der Nischenfiguren wurde seitens des Bundesdenkmalamtes und des erzbischöflichen Bauamtes noch zur Kenntnis genommen, die Anbringung der Blechtafeln kann aber aus denkmalpflegerischen Gründen, nicht zuletzt auch aufgrund der zu erwartenden negativen Vorbildwirkung, nicht akzeptiert werden.“ Rampold selbst war gestern persönlich nicht erreichbar. Fazit für Reiter: „Seitens der Behörden wird das äußere Aussehen der katholischen Kirche den inneren religiösen Werten vorgezogen.“ Aber er muss auch einräumen, dass man – mangels Kenntnis – tatsächlich keine Genehmigung eingeholt habe. Reiter will einen anderen Platz für die Tafeln suchen. Und in Richtung Denkmalamt erinnert er an die vielen naiven bäuerlichen Kunstwerke in Kapellen und meint: „Über künstlerische Qualität oder besser gesagt Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber viel wichtiger ist doch wohl das Herzblut, die innere Überzeugung, die hinter einer Idee steht.“


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