Im Hard Rock Café Innsbruck soll es ,,heimisch“ sein

Das Hard Rock Café in Innsbruck ist alles, nur nicht gewöhnlich. Das spiegelt sich nicht nur in der Architektur, sondern auch auf der Speisekarte wider. Und auch sonst steht Regionalität an erster Stelle. Dieses Vorhaben stand anfangs jedoch unter keinem guten Stern.

Von der Galerie im ersten Stock blickt man hinunter auf die Bühne. Hier gibt es zweimal pro Woche Konzerte internationaler und heimischer Musikacts.
© Stocker

Von Tamara Stocker

Innsbruck – Auf den ersten Blick wirkt alles ein wenig anders. Aber dennoch vertraut. Das Hard Rock Café in Innsbruck eröffnet Anfang nächster Woche und will mehr als ein klassisches American Diner sein – und setzt daher lokale Akzente. Was genau das heißt, davon durfte sich die Tiroler Tageszeitung am Dienstagabend ein erstes Bild machen.

Auf gut 1000 Quadratmetern erstreckt sich der Standort in den historischen Gemäuern der Maria-Theresien-Straße 16 im Herzen der Landeshauptstadt. Es ist weltweit das älteste Gebäude, in dem jemals ein Hard Rock Café gebaut wurde. Und es gibt immerhin 240 davon. Im Inneren ist dafür alles umso moderner. Holziges Mobiliar trifft auf steinige Wände und goldene Oberflächen – in Anlehnung an das Wahrzeichen der Stadt Innsbruck. Für das Design verantwortlich zeichnet sich das Innsbrucker Architekturkollektiv columbosnext.

Ein „Place to be“ für die Tiroler

Die Einheimischen sind es auch, die Geschäftsführer Stefan Schäfer und Marketingleiter Andy Franzelin besonders überzeugen wollen. „Bei den Touristen machen wir uns keine Sorgen. Wichtig ist uns, dass das Konzept vor allem bei den Tirolerinnen und Tirolern Anklang findet“, sagt Schäfer. So soll das Hard Rock Café in Innsbruck eine Lokalität fernab des gängigen Restaurantbetriebs werden. „Egal ob ein gemütliches Glaserl mit Freunden an der Bar oder der Live-Musik auf der Bühne lauschen – wir wollen den Gästen etwas bieten, das gefällt und sich nicht sofort abnutzt“, führt Schäfer weiter aus. Im nächsten Jahr soll dann auch ein Gastgarten zum Verweilen einladen. So bietet das Hard Rock Café Platz für bis zu 400 Gäste, nur im Inneren gibt es etwa 260 Sitzplätze.

An Schäfers Seite ist der Ex-Chef des kürzlich geschlossenen Weekender Clubs, Andy Franzelin, vor allem dafür verantwortlich, was sich auf der Bühne im Untergeschoss abspielt. Zwei Mal in der Woche sollen dort sowohl internationale als auch heimische Künstler jeglichen Genres auftreten. Über die Galerie können Gäste auch vom Obergeschoß direkt auf die Künstler schauen. In der Regel sollen die Konzerte bei freiem Eintritt stattfinden.

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Von der Galerie im ersten Stock blickt man hinunter auf die Bühne. Hier gibt es zweimal pro Woche Konzerte internationaler und heimischer Musikacts.
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Klassisches und Veganes

Eintritt gewährt das Hard Rock Café in Innsbruck übrigens an 360 Tagen im Jahr. Von Montag bis Freitag von 11 bis 1 Uhr, am Wochenende (auch sonntags) bis 3 Uhr morgens. Gekocht wird täglich bis Mitternacht. Und das ausschließlich frisch und mit heimischen Bio-Produkten. Die Zusammenarbeit mit lokalen Metzgern, Bäckern und Bauern war dem Führungsduo Schäfer/Franzelin von Beginn an ein großes Anliegen. Auf der Speisekarte finden sich neben Klassikern auch Tiroler Variationen und vegane Alternativen.

Frische, regionale Bio- statt Tiefkühlprodukte: Der Burger in Miniaturform war bereits ein kleiner Vorgeschmack.
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Zu den Veganern zählt auch Geschäftsführer Stefan Schäfer. Dass er ausgerechnet einen Burgerladen eröffnet, war so nie geplant, verriet der Deutsche am Dienstagabend vor Medienvertretern aus ganz Tirol. Es sei jedenfalls ein „komisches Gefühl, jetzt die ersten Gäste in sein Wohnzimmer einzuladen.“ Denn der 41-Jährige hat einen langen Weg hinter sich, der mitunter steinig war.

Als vor sieben Jahren erstmals die Idee aufkam, die Hard-Rock-Café-Kette nach Österreich zu bringen, war ihm und Franzelin klar: Ein neues Konzept, das zu Land und Leuten passt, muss her. Doch die Idee fand bei der Chefetage keinen Anklang. Und auch der Plan, das erste Restaurant in Innsbruck zu eröffnen, scheiterte. Der Standort des ehemaligen Wiener Waldes war bereits an das Modehaus Bogner vergeben. Dann sah man sich im richtigen Wien um – und wurde fündig. 2014 öffnete dort das erste Hard Rock Café Österreichs. Ein Jahr später wagten Schäfer und Franzelin einen neuen Anlauf – und wurden für ihre Hartnäckigkeit belohnt.

Im Erdgeschoss gibt es einen Souvenirshop mit allem, was das Hard-Rock-Café-Herz begehrt. Und das auch für die Kleinsten.
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Souvenirs und Memorabilias

Anfang nächster Woche öffnet in Innsbruck also erstmals eine adaptierte Version eines Hard Rock Cafés. Das heißt allerdings nicht, dass auf Altbewährtes verzichtet wird. An seinem altbekannten Charme soll das Hard Rock Café nämlich nicht einbüßen.

So gibt es im Untergeschoß einen Souvenir-Shop und auch an den Wänden finden sich zahlreiche Musik-Exponate, genannt Memorabilias. Namhafte Künstler, darunter AC/DC, Michael Jackson, Elton John, Marilyn Manson, Elvis Presley, Beyonce, Lady Gaga oder Motörhead haben sich hier mit persönlichen Ausstellungsstücken verewigt. Und auch die Tiroler Musikszene ist dort mit Hardrocker Klaus Schubert („No Bros“) und der Heavy-Metal-Band Insanity Alert vertreten. Und damit steckt wirklich überall ein bisschen Heimat drin.

Zahlreiche Musik-Exponate, wie hier von den Beatles, zieren die Wände im Hard Rock Café Innsbruck.
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