“Klangspuren Lautstark“: Alte Glocken in neue Musik gießen

Bereits zum 10. Mal treffen sich Jungmusiker im Rahmen der „Klangspuren Lautstark“ in Imsterberg, um neue Kompositionen zu kreieren. Diesmal ist man den Geheimnissen des Glockenklanges auf der Spur.

Motiviert bei der Sache sind die Jungmusiker der „Klangspuren Lautstark“, hier beim kreativen Komponierakt mit Seminarleiter Michael Öttl.
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Von Hubert Daum

Imsterberg –Es war die Idee von Cathy Milliken, weltweit bekannte Komponistin, Oboistin und Leiterin der Musizier- und Komponierwerkstatt „Klangspuren Lautstark“, Glocken in den Mittelpunkt des achttägigen Schaffensprozesses der Jungmusiker zu stellen. „Der Glockenklang der benachbarten Kirche hat uns zehn Jahre lang begleitet“, beschreibt Milliken den Ursprung der Inspiration für diese Jubiläumsveranstaltung.

47 Instrumentalisten aus Deutschland, Südtirol und Österreich zwischen acht und 18 Jahren lassen zurzeit in den Räumlichkeiten der Imsterberger Volksschule ihrer Lust am Musizieren und Improvisieren freien Lauf. Nichts ist in „normalen“ Bahnen, die Teilnehmer werden geradezu angehalten, ihr Instrument neu zu entdecken. Möglicherweise sind es die neuen Klangwelten, die den alten Glocken ihr Klanggeheimnis entlocken: Klingen sie alle gleich? Welche Klangfarben, Teiltöne und Rhythmen sind erkennbar? Diese Fragen dienen als Grundlage für die Inspiration zu den Kompositionen „Neuer Musik“, die gerade in fünf Instrumental- und Komponiergruppen ausschließlich aus den Jugendlichen selbst entstehen. „In den Instrumentalgruppen wird arrangiert und vor allem für das Tutti-Konzert am Sonntag geübt“, verrät Koordinator Klaus Niederstätter. In den Komponiergruppen entstehen nämlich jene fünf Teilwerke, die beim Abschlusskonzert am Sonntag um 11 Uhr im Gemeindesaal lautstark uraufgeführt werden und zu einem homogenen Ganzen fusionieren.

Neue Musik muss ihrem Namen gerecht werden.
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Betreuerin Désirée Peyer: „Um mehr über die Inspirationsgeberin Glocke zu erfahren, besuchten wir gestern spontan die Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck. Es war sehr spannend, vor allem gestimmte Klangschalen kennen zu lernen. Für das Schlusskonzert borgten wir uns gleich Glocken und Klangschalen aus.“

„Es ist erstaunlich, wie offen und experimentierfreudig unsere jungen Musiker sind“, zeigte sich Leiterin Cathy Milliken gestern von den Teilnehmern angetan. Auch ihre im Vorfeld entstandene Komposition „Lautstark Glockenfanfare“ wird in den Schaffenstagen eine Hauptrolle spielen. Diese und die eigens entstandene Komposition „Imsterhymnster“ werden von den Freigeistern bearbeitet und modifiziert.

Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung darf natürlich ein Novum nicht fehlen: Erstmals wird eine Publikation in Form eines Buches erscheinen, das die Songs, Instrumentalwerke, Konzepte und letztendlich die Historie der „Klangspuren Lautstark“ beinhaltet. Koordinator Niederstätter: „Das Buch wird auch als Lehrbuch angeboten.“

„Gerade im Jubiläumsjahr ist es mir wichtig zu erwähnen, dass diese jährliche Veranstaltung mit den überschaubaren Gesamtkosten von 330 Euro nicht gutbetuchten Familien vorbehalten ist“, so Désirée Peyer.

Auch Percussions und Rap-Elemente sind in die entstehenden Werke involviert.
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