Haiminger Erben: „Sind optimistischer als vorher“

Die Haiminger Erben zeigen sich nach dem Gespräch mit LHStv. Geisler zufrieden.

© Dorn

Haiming –Es waren, wie berichtet, zwei Bedingungen, die seitens der Haiminger Erben an das Land gestellt wurden: Erstens solle darauf hingewirkt werden, dass die Tiwag einen Verjährungsverzicht abgibt, und zweitens solle sich die vom Land eingesetzte Expertenkommission in Sachen NS-Zwangsarbeiterlager auch mit der rechtlichen Situation der Erben auseinandersetzen. Nach einem Treffen mit LHStv. Josef Geisler vom Montag zeigt sich der Sprecher der Haiminger Erben, Toni Raffl, zufrieden: „Im Großen und Ganzen sind wir optimistischer raus- als reingegangen.“ LHStv. Geisler bestätigt gegenüber der TT: „Wir werden versuchen, die Grundlage mit einem Gutachten abzusichern.“

Wie berichtet, wurden in der NS-Zeit Haiminger Bauern Gründe für einen Kraftwerksbau und eine spätere Windkanal-Versuchsanlage samt Zwangsarbeiterlager zum Teil unter Zwang abgepresst. Andererseits bestehen die Erben darauf, dass in den Verkaufsurkunden teilweise ein Rückkaufsrecht für nicht benötigte Grundstücke festgehalten wurde. Auch ein Wasserrechtsbescheid von damals habe eine Formulierung eines später möglichen Rückkaufs enthalten.

Die Tiwag ist Rechtsnachfolgerin der damaligen Kraftwerks-Gesellschaft und hat nun rund 200.000 m² dieser Flächen an Speck Handl zur Errichtung einer Produktionsstätte verkauft. Das ist der Ansatzpunkt für die Erben, die seit vielen Jahrzehnten immer wieder vergeblich versucht hatten, die Rückkaufsoption zu ziehen. Denn diese Flächen würden sicher nicht mehr für einen Kraftwerksbau verwendet werden können.

„Uns ist wichtig, dass keine Fristen ablaufen“, betont Raffl noch einmal in Richtung Tiwag und des vermittelnden LHStv. Geisler. Bis zum 16. September erhofft man sich gerade in dieser Frage eine Antwort. Aber auch die Rechtsabteilung des Landes und das Institut für Zivilrecht der Uni Innsbruck sollten bis dahin klären, inwiefern das Rückkaufsrecht versprochen oder eingehalten wurde. Dazu werden die Erben den Experten alle angeforderten Unterlagen zur Verfügung stellen, betont Raffl. Und: „Wir müssen ihnen für diese Arbeit ein wenig Luft geben.“

Für Geisler gilt es nun abzuklären, ob das Rückkaufsrecht lediglich auf die damaligen Personen beschränkt war und ob die Tiwag rechtlich einen Verjährungsverzicht abgeben dürfe. (pascal)


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