Innsbruck schafft barrierefreie Website

25.000 Innsbrucker können nur schlecht oder gar nicht lesen. „Leichte Sprache“ soll den Behördenkontakt erleichtern.

Projektleiter René Soukopf, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Stadtrat Ernst Pechlaner und Magistratsdirektor Bernhard Holas (v. l.) präsentierten die neue städtische Website in "Leichter Sprache".
© Domanig

Von Medina Dedic

Innsbruck –„Fast 25.000 Innsbrucker zwischen 16 und 65 Jahren haben eine niedrige bis sehr niedrige Lesekompetenz“, erklärt René Soukopf vom Referat für Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerbeteiligung und Soziale Medien der Stadt Innsbruck. „Für viele ist das konzentrierte Lesen eines längeren Texts nicht möglich.“ Um diesen Menschen Behördenkontakte zu erleichtern, beschreitet das Stadtmagistrat neue Wege: Wichtige Bürgerinformationen wurden in so genannte „Leichte Sprache“ übersetzt und auf eine eigene Website übertragen. Auf die Seite, die seit Dienstag online ist, gelangt man entweder über die „normale“ Homepage der Stadt – durch einen Klick auf den Button „Leichter Lesen“ – oder über https://ls.innsbruck.gv.at.

Inhaltlich und visuell ist die Seite der Zielgruppe angepasst. Kurze Sätze, Bilder mit eindeutiger Botschaft und klare Gliederung sollen allen Menschen das Lesen ermöglichen und erleichtern. Die Bürger können aus sechs Kategorien, wie zum Beispiel „Leben“ (Soziales, Familien und Kinder, Senioren etc.) oder „Wohnen“, wählen und gelangen so auf die verständlich gestalteten Unterkategorien. „Andere Einrichtungen bauen Angebote in ‚Leichter Sprache‘ im Gegensatz zu uns in die Standardwebsite ein, was wieder zu Verwirrung und Unklarheit führen kann“, sagt der Projektverantwortliche Soukopf.

Die Website knüpfe nahtlos an das seit 2014 laufende Projekt „Innsbruck spricht auf Augenhöhe“ an, betont Magistratsdirektor Bernhard Holas. Dieses verfolgt den Grundsatz der einfachen und verständlichen Kommunikation in allen Dienststellen, sowohl im mündlichen wie im schriftlichen Bereich.

Für BM Christine Oppitz-Plörer ist wichtig, dass vor allem jene, denen die „Leichte Sprache“ helfen soll, von dem Projekt erfahren. Die Website solle daher auch in Einrichtungen wie dem AMS oder dem Sozialamt prominent beworben werden, sind sich Oppitz-Plörer und Ernst Pechlaner, Stadtrat für Bildung und Soziales, einig. „Ich bin gespannt, wie die Seite ankommt, und bin offen für Kritik“, schließt Soukopf ab.


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