Kenias Oppositionsführer ruft nach Präsidentenwahl zu Ruhe auf

Nairobi/Kisumu (APA/Reuters) - Nach der Präsidentenwahl in Kenia hat der vermutlich unterlegene Oppositionsführer Raila Odinga seine Anhänge...

Nairobi/Kisumu (APA/Reuters) - Nach der Präsidentenwahl in Kenia hat der vermutlich unterlegene Oppositionsführer Raila Odinga seine Anhänger zur Ruhe aufgerufen. „Ich kontrolliere nicht das Volk“, fügte er am Mittwoch allerdings hinzu und sprach von Wahlbetrug. Sein Stellvertreter Kalonzo Muyoka mahnte ebenfalls zur Ruhe. Die Opposition könne aber zu einer nicht näher bezeichneten „Aktion“ aufrufen.

Nach Auszählung von rund 85 Prozent der Stimmen führt Amtsinhaber Uhuru Kenyatta mit 55 Prozent. Odinga komme auf 44 Prozent, teilte die Wahlkommission mit. Odinga erkennt die Auszählung nicht an. Hacker seien in der Nacht in das Computersystem der Wahlkommission eingebrochen, was zu einem „massiven und umfassenden“ Wahlbetrug geführt habe.

In der Stadt Kisumu im Westen des Landes feuerte die Polizei Tränengas in eine Menge von Odinga-Anhängern. „Ohne Raila kein Frieden“, riefen rund 100 unbewaffnete Demonstranten. Nach dem Gaseinsatz zerstreute sich die Menge.

Schon vor der Abstimmung am Dienstag war befürchtet worden, dass es wie bei der Wahl vor zehn Jahren zu gewaltsamen Ausschreitungen in dem ostafrikanischen Land kommen könnte. Damals wurden 1.200 Menschen getötet. Odinga erhob bereits 2007 nach seiner Niederlage den Vorwurf der Wahlfälschung.

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