US-Außenminister sieht in Nordkorea keine unmittelbare Bedrohung

Insel Guam (APA/Reuters/dpa) - In der Nordkorea-Krise hat US-Außenminister Rex Tillerson moderatere Töne angeschlagen. Er glaube nicht, dass...

Insel Guam (APA/Reuters/dpa) - In der Nordkorea-Krise hat US-Außenminister Rex Tillerson moderatere Töne angeschlagen. Er glaube nicht, dass von dem Staat eine unmittelbare Bedrohung ausgehe, sagte er am Mittwoch vor seiner Ankunft auf der US-Pazifikinsel Guam vor Reportern.

Präsident Donald Trump drohte Nordkorea jüngst mit „Feuer und Zorn“, nachdem es zuletzt Interkontinentalraketen getestet hatte. Wenig später konterte die Führung in Pjöngjang und drohte mit einem Präventivschlag und einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam.

Tillerson sagte, Trump habe dem koreanischen Machthaber Kim Jong-un eine Botschaft gesendet, die dieser verstehe. Damit solle verhindert werden, dass sich Nordkorea falsche Vorstellungen mache.

Die „Chicago Tribune“ argumentierte unterdessen in ihrer Online-Ausgabe (Dienstag), dass die Nordkorea-Krise nicht notwendigerweise eskalieren muss: „Eine Krise kann einen Höhepunkt erreichen, was nicht notwendigerweise schlecht sein muss. Die neuen Informationen über die Waffen des Nordens und der kriegerische Wortwechsel in dieser Woche sollte China, Russland und andere Regierungen alarmieren. Wir hoffen, all das wird zu Gesprächen führen, die die Spannungen wieder deeskalieren.“

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In der Drohung Trumps an Nordkorea sah der „Boston Globe“ in seiner Online-Ausgabe (Dienstag) einen bedenklichen Wandel in der US-Außenpolitik: „Die unausgesprochene Androhung eines präventiven Atomangriffs gegen Feinde ist seit dem Zweiten Weltkrieg Teil der amerikanischen Außenpolitik. Aber aus gutem Grund haben Präsidenten die Schwelle für Amerika bisher vage gehalten - eine Strategie, die Trump scheinbar aus einer Laune heraus verworfen hat.“


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