Flüchtlinge - Gabriel: Gefahr neuer Krise nicht verschweigen

Kampala/Berlin (APA/dpa) - Nach SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat auch Außenminister Sigmar Gabriel eindringlich vor einer Rückkehr der ...

Kampala/Berlin (APA/dpa) - Nach SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat auch Außenminister Sigmar Gabriel eindringlich vor einer Rückkehr der Flüchtlingskrise nach Europa gewarnt. „Wenn wir nichts machen, dann wird Italien irgendwann seine Grenzen öffnen müssen, weil es einfach zu viele sind“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch bei einem Besuch im ostafrikanischen Uganda.

Wenn keine Mechanismen für die Verteilung von Flüchtlingen in der Europäischen Union gefunden würden, „dann landen wir in der gleichen Krise“, erklärte Gabriel. Vor zwei Jahren war der Zuzug vor allem von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien nach Europa außer Kontrolle geraten und hatte zu massiven Differenzen in der EU geführt. Deutschland nahm Hunderttausende Flüchtlinge auf, während andere EU-Staaten sich weigerten.

Gabriel verteidigte die Entscheidung seiner Partei, das Flüchtlingsthema in den Wahlkampf zu ziehen. „Meine große Sorge ist eher, dass wir verschweigen, dass da ein neues Problem herankommt. Irgendwie traut sich keiner so richtig, darüber zu reden, außer Martin Schulz, der das Gott sei Dank gemacht hat.“ Die SPD schlägt vor, dass die Aufnahme von Flüchtlingen von der EU finanziell gefördert wird und gleichzeitig denjenigen Ländern Mittel gekürzt werden, die sich sträuben.

Gabriel besuchte am Mittwoch mit Uganda ein afrikanisches Musterland bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Das Land, das selbst Jahrzehnte des Bürgerkriegs hinter sich hat, hat in den vergangenen Jahren fast eine Million Flüchtlinge aus dem von Hunger und Gewalt erschütterten Nachbarland Südsudan aufgenommen. „Vielleicht sollten wir auch ein paar Delegationen (...) aus ein paar anderen europäischen Ländern herschicken, um zu sehen, was Solidarität alles schaffen kann“, sagte Gabriel beim Besuch einer Flüchtlingssiedlung im Norden des Landes.


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