Chronologie der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans

Neu-Delhi/Islamabad (APA) - Vor 70 Jahren endete nach mehr als 200 Jahren die britische Herrschaft über den indischen Subkontinent. Im folge...

Neu-Delhi/Islamabad (APA) - Vor 70 Jahren endete nach mehr als 200 Jahren die britische Herrschaft über den indischen Subkontinent. Im folgenden eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse, die zur Entstehung Indiens, Pakistans und Bangladeschs führten:

16. Jahrhundert - Erste europäische Seefahrer erreichen Indien

1600 - Gründung der britischen Ostindischen Kompanie (1858 aufgelöst)

1765 - Robert Clive, Gouverneur von Bengalen, legt den Grundstein für die britische Herrschaft in Indien

1820 - Größter Teil des Subkontinents unter britischer Kontrolle

1877 - Königin Victoria wird „Kaiserin von Indien“

1885 - Gründung des indischen Nationalkongresses

1886 - Vereinigung des Königreichs Burma mit Britisch-Indien

1906 - Die indische Muslim-Liga wird ins Leben gerufen, ihre pakistanische Nachfolgepartei (Pakistanische Muslim-Liga) dominiert bis heute die Nationalversammlung in Islamabad.

1916 - Muslime und Hindus fordern im Pakt von Lucknow gemeinsam Autonomie

1919 (April) - Britische Truppen richten in Amritsar unter Sikhs ein Blutbad an (Dezember) - Kolonialmacht führt Verwaltungsreform durch - Teilweise Übertragung von Kompetenzen an indische Provinzbehörden

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1920 - Mohandas Karamchand Gandhi, genannt Mahatma Gandhi, beginnt gewaltlose Kampagne gegen die britische Herrschaft. Er propagiert Selbstversorgung der Inder; Symbole des Widerstandskampfes sind selbstgesponnenes Baumwolltuch und Salzgewinnung aus dem Meer, um britisches Monopol zu brechen.

1921 - Gandhi wird erstmals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

1931 - Pakt von Delhi zwischen Gandhi und Vizekönig Lord Irwin. Ziviler Ungehorsam wird gegen Freilassung politischer Gefangener ausgesetzt. Verhandlungen zwischen Briten und Unabhängigkeitsbewegung.

1935 - London erlässt Gouvernement of India Act - Autonomie für Provinzregierungen.

1937 - Bei Wahlen siegt die Kongresspartei in sechs von elf Provinzen. Eine neue Verfassung tritt in Kraft. Burma wird von Britisch-Indien getrennt und wird Kronkolonie.

1941 - Im Zweiten Weltkrieg zeigt die Kongresspartei Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit London bei Zubilligung der Selbstverwaltung. Der „Vorwärtsblock“ unter S.C. Bose verbündet sich mit den Nationalsozialisten. Der Führer der Muslim-Liga, Mohamad Ali Jinnah, fordert Teilung Indiens in einen muslimischen und einen hinduistischen Staat.

1946 - Die britische Regierung löst während des Zweiten Weltkriegs ein gegenüber den Indern gemachtes Versprechen ein und lässt eine Verfassunggebende Versammlung zu. Die Übergangsregierung unter Jawaharlal Nehru bereitet die Unabhängigkeit vor.

1947 - London erlässt am 15. August den Indian Independence Act 15, die Unabhängigkeit Indiens und Pakistans wird verkündet. Sie verbleiben als Dominions im britischen Commonwealth. Schwere Unruhen, Massaker an Hindus und Muslimen und tausende Umsiedelungen sind Folge der Teilung British-Indiens.

- Der Maharadscha von Kaschmir, Hari Singh (ein Sikh) erklärt den Anschluss des mehrheitlich von Muslimen bewohnten Gebiets an Indien.

1948 - Am 30. Jänner wird Gandhi durch einen Hindu-Fanatiker ermordet. Die bis dahin muslimischen Fürstentümer Junagadh (Bundesstaat Gujarat) und Hyderabad werden eingegliedert.

1949 - Erster Krieg um Kaschmir, nach einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand wird die Region zwischen Indien und Pakistan aufgeteilt.

1950 - Indien wird Unionsrepublik, erster Staatspräsident wird Rajendra Prasad.

1956 - Pakistan wird Republik, erster Präsident wird Iskander Ali Mirza.

1961 - Eingliederung der portugiesischen Kolonie Goa in Indien.

1965 - Zum zweiten Mal führen Pakistan und Indien Krieg um Kaschmir, 1966 kommt es unter Sowjet-Vermittlung zum Waffenstillstand.

1971 - Abspaltung Ostpakistans mit indischer Unterstützung und Gründung von Bangladesch.


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