Heiden, Helden, Blutsbrüder: Regisseur Wolfram Paulus wird 60

Wien (APA) - Er ist ein Regisseur, der schon zu einer Zeit auf Laiendarsteller setzte, als das von vielen Kollegen noch mit Naserümpfen beda...

Wien (APA) - Er ist ein Regisseur, der schon zu einer Zeit auf Laiendarsteller setzte, als das von vielen Kollegen noch mit Naserümpfen bedacht wurde. Der Prämisse dieser Authentizität ist Wolfram Paulus hingegen über seine gesamte Karriere hinweg treu geblieben. Am Samstag (12. August) feiert der gebürtige Salzburger nun seinen 60. Geburtstag - und hat mit „Heldenzeitreise“ ein neues Projekt am Start.

Gelernt hat Paulus, der 1957 im salzburgischen Großarl geboren wurde, sein Handwerk von der Pike auf. Bereits im Alter von elf Jahren begann er mit der Fotografie zu experimentieren, bevor er sich später ersten Versuchen mit Super-8 zuwandte. Von 1977 bis 1982 studierte Paulus dann an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.

Im Anschluss an seinen Zivildienst bei der Salzburger Lebenshilfe realisierte der angehende Filmemacher mit „Heidenlöcher“ seinen ersten Kinofilm, der auch gleich sein bis dato wohl größter Erfolg wurde. Das Schwarz-Weiß-Drama über einen Deserteur während des Zweiten Weltkrieges lief als österreichischer Beitrag im Wettbewerbsprogramm der Berliner Filmfestspiele 1986 und brachte seinem Regisseur die Nachwuchsauszeichnung beim Bayerischen, sowie den Wiener und den Deutschen Filmpreis ein.

Es folgten weitere Arbeiten für Kino und Fernsehen wie „Die Ministranten“ (1990), „Zwei Affären und noch mehr Kinder“ (2001) oder zuletzt „Blutsbrüder teilen alles“ (2012), ein Coming-of-Age-Drama, das am Ende des Zweiten Weltkrieges spielt. Meistens war Paulus dabei nicht nur als Regisseur für seine Werke verantwortlich, sondern auch als Autor, Regisseur und Cutter. Daneben war der Vielbeschäftigte wiederholt als Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen engagiert und wandte sich ab 2010 verstärkt der Erstellung von Fotocollagen zu.

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Und auch wenn Paulus vielfach mit Schauspielgrößen wie Udo Wachtveitl, Marion Mitterhammer, Rolf Zacher, August Zirner oder Franka Potente arbeitete, ließ ihn die Arbeit mit Laien nie wirklich los - was sich auch an Paulus‘ neuestem Projekt, dem Episodenfilm „Heldenzeitreise“, zeigt. Inspiriert durch Ideen von oberösterreichischen Schülern und Studenten, vereint der Film Hobbyschauspieler mit Profikollegen wie Fritz Egger, Franz Froschauer oder Daria Trenkwalder.

In sechs Episoden tritt „Heldenzeitreise“ einen Parforceritt durch 2.000 Jahre an, deren roter Faden mutige Protagonisten sind, wobei Paulus selbst das Projekt als „größtes Abenteuer meines bisherigen filmischen Schaffens“ bezeichnet. Die ersten Vorführungen im Oberösterreichischen sind bereits absolviert. Und ORF III hält die TV-Rechte an „Heldenzeitreise“, Sendetermin derzeit noch offen.

(S E R V I C E - www.wolframpaulus.at; www.heldenzeitreise.at)


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