Steinacher Almdorf soll noch heuer gebaut werden

Bei der Bergeralm in Steinach entsteht eine Ferienanlage, die im Endausbau 21 Häuser umfasst. Die ersten Einheiten sind bereits verkauft, weitere Investoren werden gesucht. Gebaut werden soll noch heuer.

© Almdorf Bauträger GmbH

Von Denise Daum

Steinach am Brenner –Der Tourismus im Wipptal leidet seit Jahren unter Bettenschwund, nachdem in der Vergangenheit immer wieder Betriebe zugesperrt haben. Doch nun soll der Negativtrend umgekehrt werden und ein Aufschwung kommen: In Steinach am Brenner entsteht ein touristisches Großprojekt, das im Endausbau rund 200 Betten bietet. Geplant ist, wie mehrfach berichtet, nahe der Talstation der Bergeral­m ein Almdorf mit 21 Ferienhäusern. Im bestehenden Gebäude, das als „Vogelnest“ bekannt ist, sollen die Rezeption sowie ein Restaurant untergebracht werden. Der Bebauungsplan ist bereits rechtskräftig und vom Land Tirol abgesegnet. Im August erfolgt nun die Bauverhandlung, die ersten Häuser sollen heuer errichtet werden. „Wenn’s perfekt läuft, stehen noch im kommenden Jahr alle 21 Häuser“, erklärt Johanne­s Arneth, Geschäftsführer der Almdorf Bauträger GmbH, die das Projekt realisiert.

Das Konzept sieht so aus, dass die Häuser von einzelnen Investoren – Bürgermeister Josef Hautz denkt hierbei auch an Einheimische – gekauft und über eine Betreiberfirma vermietet werden. „Zweitwohnsitze sind dort nicht möglich, die Häuser müssen touristisch genutzt werden. Die Eigentümer können sie aber sehr wohl für ihre­n eigenen Urlaub reservieren“, betont Hautz. Ein Haus soll um die 350.000 Euro kosten.

Die Vermietung läuft über die Betreibergesellschaft Alps Residenz mit Sitz in der Steiermark, die bereits zwölf ähnliche Ferienanlagen in Österreich führt. Geschäftsführer Gerhard Brix, ein Tiroler, erklärt, dass die Investoren selbst sich um nichts kümmern müssten. „Nach außen tritt das Almdorf wie eine gewöhnliche Ferienanlage auf.“ Reservierung, Marketing, Reinigung – all das läuft über die Betreibergesellschaft. Der Eigentümer der Häuser erhält die Mieteinnahmen abzüglich der Betriebskosten und der Betreibergebühr. „Wir sitzen mit den Investoren im selben Boot, da unser Verdienst an die Mieteinnahmen gekoppelt ist. Wir haben also ein Eigeninteresse an einer guten Auslastung“, erklärt Brix. Die Rendite soll für die Eigentümer zwischen 4,5 und 7 Prozent liegen.

Auf die Frage, ob der Standort unter der Autobahnbrücke für ein derartiges Projekt geeignet ist, räumt Brix ein, dass die Autobahn schon ein Makel sei. „Aber das wird durch die vielen Pluspunkte wettgemacht.“ Den Standort direkt beim Skigebiet empfindet er grundsätzlich als „genial“. Das Wipptal überzeuge mit seinen Seitentälern und der Nähe zu Italien einerseits und zu Innsbruck andererseits. Die Autobahn werde in der Vermarktung auch nicht verschwiegen. Brix betont, dass die Betreibergesellschaft nicht eingestiegen wäre, wenn sie nicht vom Erfolg überzeugt wäre.

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Das Steinacher Almdorf-Projekt ist verhältnismäßig schnell konkret geworden. Erste Gespräche zwischen Gemeinde Steinach, dem Tourismusverband Wipptal (beide Eigentümer der betroffenen Fläche) und der Errichtergesellschaft hat es erst vor rund eineinhalb Jahren gegeben. Die Bauträger wurden im Wipptal mit offenen Armen empfangen. „Wenn alle an einem Strang ziehen, kann schnell vieles bewegt werden“, erklärt Arneth, der betont, dass „wir niemals bei lokalen Widerstand bauen würden“. Er sieht die Ferienanlage auch nicht als Konkurrenz für die bestehende Hotellerie, da das Konzept ganz andere Gäste ansprechen würde. „Wir nehmen niemandem etwas weg“, ist Arneth überzeugt.


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