Milliardenzukauf und höhere Preise treiben Chemiekonzern Lanxess an

Frankfurt/Köln (APA/Reuters) - Die Übernahme des US-Rivalen Chemtura und höhere Verkaufspreise sorgen beim Kölner Chemiekonzern Lanxess für ...

Frankfurt/Köln (APA/Reuters) - Die Übernahme des US-Rivalen Chemtura und höhere Verkaufspreise sorgen beim Kölner Chemiekonzern Lanxess für viel Schwung. „Die neu erworbenen Chemtura-Geschäfte leisten bereits einen signifikanten Ergebnisbeitrag und auch die übrigen Bereiche unseres Spezialchemie-Portfolios entwickeln sich positiv“, sagte Vorstandschef Matthias Zachert am Donnerstag zur Vorlage des Berichts zum zweiten Quartal.

„Insgesamt sind wir voll auf Kurs und rechnen für das Gesamtjahr nach wie vor mit einem Rekordergebnis.“ Die Dynamik werde im zweiten Halbjahr aber etwas schwächer sein. Im zweiten Quartal übertraf Lanxess die Erwartungen von Analysten.

Lanxess setzte von April bis Juni 2,52 Mrd. Euro um - ein Zuwachs von fast 30 Prozent binnen Jahresfrist. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) kletterte um ein Viertel auf 367 Mio. Euro. Analysten hatten mit einem Umsatz von 2,48 Mrd. Euro und mit einem bereinigten operativen Ergebnis von 361 Mio. Euro gerechnet. Ein Wermutstropfen war allerdings der Nettogewinn: Er brach um 96 Prozent auf 3 Mio. Euro ein. Neben Aufwendungen im Zusammenhang mit der Chemtura-Übernahme zehrten Kosten für die geplante Schließung der Chromchemikalien-Produktion im argentinischen Zarate am Gewinn.

Konzernchef Zachert peilt wie bisher für das Gesamtjahr inklusive des Zukaufs von Chemtura ein bereinigtes Betriebsergebnis zwischen 1,225 und 1,3 Mrd. Euro an. Es wäre ein Rekord nach dem bisher höchsten operativen Ergebnis im Jahr 2012 mit rund 1,2 Mrd. Euro. Lanxess hatte Ende April die rund 2,4 Mrd. Euro schwere Übernahme des US-Rivalen Chemtura abgeschlossen. Für die 2005 von Bayer abgespaltene Gesellschaft war dies der bisher größte Zukauf.

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Weiterhin schwierig bleibt für Lanxess das Kautschukgeschäft, das zuletzt mit Überkapazitäten kämpfte. Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) der Sparte Arlanxeo ging im zweiten Quartal wegen gestiegener Energiekosten um drei Prozent auf 92 Mio. Euro zurück. Lanxess hatte 2015 sein eigenes Geschäft mit synthetischem Kautschuk in das Gemeinschaftsunternehmen Arlanxeo mit dem saudischen Ölgiganten Saudi Aramco eingebracht. Beide Unternehmen halten jeweils die Hälfte der Anteile.

~ ISIN DE0005470405 ~ APA069 2017-08-10/08:43


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