Manege frei für den englischen Milliarden-Zirkus

Ob die Premier League wirklich die beste Liga Europas ist, sei dahingestellt. Sie ist auf jeden Fall jene mit der höchsten Star-Dichte. Am Freitag beginnt das Milliardenspiel mit sechs Österreichern wieder von vorne.

Marko Arnautovic wechselte für die rot-weiß-rote Ablöse-Rekordsumme von 28 Millionen Euro zu West Ham United. Die Londoner starten mit Europacup-Ambitionen in die Saison.
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Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Mit dem Gastspiel von Christian Fuchs und seinen „Foxes“ bei Arsenal London beginnt am Freitag (20.45 Uhr) die Premier-League-Saison. Ein Überblick:

Die Favoriten: Der Kreis ist ein riesiger. So groß wie in keiner anderen Liga. Da gibt es zum Beispiel Titelverteidiger FC Chelsea, der sich mit Álvar­o Morata (Real Madrid), Tiemoue Bakayoko (AS Monaco) und Antonio Rüdiger (AS Roma) verstärkte und auch dank Trainer-Fuchs Antoni­o Conte immer ein Titel­kandidat ist.

Heiß sind auch die beiden Manchester-Klubs: Nach dem Trostpflaster Europa League kennt Jose Mourinh­o mit United nur ein Ziel: Der Titel muss erstmals seit 2013 her. Dafür investierte der Klub 85 Millionen in Angreifer Romelu Lukaku, holte Nemanja Matic von Konkurrent Chelsea und verstärkte die Verteidigung mit dem Schweden Victor Lindelöf. Auch Ex-Rekordtransfer Paul Pogba will in seiner zweiten Saison endlich zum entscheidenden Faktor werden. Die Charakterköpfe geben sich in der United-Kabine jedenfalls die Klinke in die Hand – United wirkt inzwischen wie eine echte Mourinho-Truppe. Und die hat meistens Erfolg.

So wie auch Pep Guardiol­a (ManCity), der allerdings erkennen musste, dass das Mutterland des Fußballs seine eigenen Gesetze hat. Erstmals blieb der Katalane in seiner Trainerkarriere ohne einen einzigen Titel. Das soll sich ändern, vor allem defensiv blieb kein Stein auf dem anderen: Torhüter Ederson (Benfica, 40 Millionen), Kyle Walker (Tottenham/51 Millionen), Benjamin Mendy (AS Monaco/57 Millionen) und Danilo (Real Madrid/30 Millionen) heißen die neuen Defensivkräfte, für die City 178 Millionen Euro investierte. Alles andere als der Titel wäre eine Enttäuschung.

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Ganz so ist es bei den Nordlondoner Kontrahenten Arsenal und Tottenham nicht. Beide Teams blieben großteils zusammen, setzen auf Kontinuität und wollen überraschen. Ein Spezialfall ist der FC Liverpool. Bei den „Reds“ steht und fällt in Sachen Qualität vieles mit dem Namen Philippe Coutinho. Den hat der FC Barcelona als Neymar-Ersatz auserkoren. Die Verhandlungen sollen schon weit fortgeschritten sein.

Fuchs bleibt Leicester City noch eine Weile erhalten.
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Die Österreicher: Mit Marko Arnautovic (West Ham), Sebastia­n Prödl, Daniel Bachmann (beide Watfor­d), Christian Fuchs (Leicester), Marku­s Suttner (Brighton & Hove) und Kevin Wimme­r (Tottenham) werden sechs Kicker die rotweißrote Flagge hochhalten. Während für Prödl, Bachmann und Suttner der Kampf um den Klassenerhalt hart genug wird, hoffen Fuchs, Wimmer und vor allem Ar­nautovic auf mehr. Denn West Ham hat nicht nur den Wiener, sondern mit Joe Hart, Pablo Zabaleta und Chicharito drei Hochkaräter verpflichtet. „West Ham hat sich wahnsinnig gut verstärkt“, meinte Uniteds Mourinho voller Respekt vor dem Auftaktgegner.

Die Heimkehr: Auch der FC Everton hat trotz des Verlusts von Starstürmer Romelu Lukaku offensichtlich viel vor. Beim Lokalrivalen von Jürgen Klopps Liverpool wurde Geld in die Hand genommen. Auch für eine emotionale Rückkehr: Wayne Rooney ist wieder ein „Evertonian“. Und spielt damit dort, wo 2002 für ihn als 16-Jährigen alles begonnen hatte. Es gibt als auch im Milliarden-Spiel Premier League noch einen Hauch von Fußball-Romantik …

Premier League - 1. Spieltag

Freitag: Arsenal - Leicester (20.45 Uhr)

Samstag:

Watford - Liverpool (13.30 Uhr), Chelsea - Burnley, Crystal Palace - Huddersfield, Everton - Stoke, Southampton - Swansea, West Bromwich - Bournemouth (alle 16.00 Uhr), Brighton & Hove Albion - Manchester City (18.30 Uhr)

Sonntag:

Newcastle - Tottenham (14.30 Uhr), Manchester United - West Ham (17.00 Uhr)


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