Landesliga startet mit Aderlässen, Rückkehrern und Favoriten

Die Landesligisten müssen sowohl im Westen als auch im Osten namhaften Abgängen nachtrauern. Die Liste der Favoriten ist in beiden Ligen lang.

Dominique Nussbaum (l. im Zweikampf mit SPG-Mittelfeldspieler Matthias Göschl) wurde in Neustift zum Spielertrainer bestellt.
© Kristen

Von Daniel Lenninger

Landesliga West

Mit dem 6:2-Cuperfolg über Tirol-Ligist Zams setzte Reutte eine Woche vor dem Auftakt am Freitag in der Landesliga West ein kräftiges Ausrufezeichen. Die Außerferner, die wieder auf die Dienste der Lokalmatadore Andreas Schütz (SVI) und Pascal Mayor (Karrierepause) setzen können, zählen zum Kreis der Aufstiegsanwärter – sofern Favoriten im äußerst ausgeglichenen Teilnehmerfeld überhaupt ausgemacht werden können.

Schließlich mussten die Top-Teams aus den Vorjahren einige Aderlässe verkraften: Mils verlor Rohdiamant Daniel Strickner an die WSG Wattens, Torjäger Martin Angerer (der in der Not allerdings in die Bresche springen könnte) ist in die Fußballpension.

Das Zirl-Angebot war für Ex-Absam-Angreifer Kevin Radi, Torschützenkönig der vergangenen Saison, Grund genug für einen Tapetenwechsel. Schönwies/Mils musste Leistungsträger wie Manuel Mark (Mötz/Silz) oder Thomas Schmid (Landeck) ziehen lassen. Nach mehreren Jahren als Cheftrainer kehrte den Oberländern auch Alexander Kregar den Rücken, er coacht nun Ligarivalen Prutz/Serfaus. Von schwerwiegenden Abgängen blieb Natters verschont. Als Aufsteiger schaffte es die Elf von Trainer Clemens Gschösser in der vergangenen Saison bis in die Relegation, muss die sensationelle Premierenspielzeit in der Landesliga allerdings erst bestätigen.

Eine mutige Variante wählte der aktuelle Aufsteiger Neustift, der die Akteure Dominique Nussbaum und Ricardo Thom zum Spielertrainer-Duo beförderte. Quasi als Antrittsgeschenk suchten sich die beiden Bojan Stojadinovic (Zirl) aus. Auch die Liga-Neulinge Innsbruck West (Aufsteiger) und Volders (aus der Landesliga Ost) wollen ihre Visitenkarte abgeben.

Landesliga Ost

Nach einer verkorksten Saison gehen die beiden Absteiger Fügen und Ebbs sowie Hippach als gescheiterter Mitfavorit auf die Landesliga-Krone auch mit ein wenig Frust im Bauch in die neue Spielzeit. Gemäß der Papierform führt der Titel im Osten in der kommenden Saison über dieses Trio. Mit einem Selbstläufer rechnet freilich niemand. „Wir sind von der Kaderdecke her dünner besetzt“, bittet Hippach-Trainer Thomas Gufler den Verletzungsteufel präventiv um Gnade. Das Absteiger-Duo hat trotz namhafter Abgänge eine schlagkräftige Mannschaft zur Verfügung, muss sich allerdings erst auf die neue Spielklasse einstellen. Ebbs, das Ligarivalen Schwoich im Cup erst kürzlich mit 5:0 in die Schranken wies, verlor etwa Hermann Achorner an Regionalligist Wörgl.

Mit einem noch größeren Umbruch hat Fügen zu kämpfen. Die Abgänge von Leistungsträgern wie Kristija­n Basic (Schwaz), Danie­l Wechselberger (Stumm), Lukas Widner oder Rupert Wild­auer (beide Karrierepause) schmerzen. „Wir müssen abwarten und schauen, welches Leistungsvermögen die Mannschaften in der Lig­a haben“, hält sich Fügen-Chefbetreuer Thomas Pfeiler hinsichtlich Aufstiegsambitionen ein wenig zurück. Die kurze Saisonpause habe es erschwert, die zahlreichen Neuzugänge zu integrieren. Die noch fehlenden Automatismen konnten beim Fügener Cup-Aus in Angerberg nicht kaschiert werden. Gleich zum Auftakt kommt es am Samstag zum Duell gegen Ebbs.

Von der Aufstiegseuphorie leben wollen Schwoich und Fritzens, das nach einem Aufstiegs-Hattrick über grenzenloses Selbstvertrauen verfügt. Das Beispiel St. Johann – der Weg des Aufsteigers führte über die Relegation in die Tiroler Liga – bietet Anlass für große Träume.


Kommentieren


Schlagworte