Diesel - VCÖ-Chef Gratzer hält wenig von Umtauschprämie

Wien (APA) - Weitere Kritik an der von Autofirmen in Deutschland versprochenen Prämie für den Umstieg von alten Diesel-Fahrzeugen auf neuere...

Wien (APA) - Weitere Kritik an der von Autofirmen in Deutschland versprochenen Prämie für den Umstieg von alten Diesel-Fahrzeugen auf neuere Autos: Christian Gratzer, Chef des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) geht davon aus, dass Autos dadurch nicht billiger werden, da die Umstiegsprämie nur andere Rabatte ersetzen werde. Aber auch die Umweltbilanz beim Umstieg auf neue Diesel-Fahrzeuge sei nicht gut.

VW gewähre die höchste Prämie für den Umstieg auf einen 2,2 Tonnen schweren Geländewagen, sagte Gratzer im „ORF-Morgenjournal“. „Ein 2,2 Tonnen Geländewagen kann nicht umweltfreundlich sein.“ Ganz allgemein würden aber viele der modernsten Diesel-Fahrzeuge (Euro-6) in der Realität ein Vielfaches der am Prüfstand gemessenen Schadstoffe ausstoßen, der Unterschied zu älteren Diesel-Pkw (Euro-4) sei „ein sehr geringer“. Auch aus diesem Gesichtspunkt sei der Nutzen also gering.

Ziel müsse die Verbesserung der Luft in den Städten sein, die Nachrüstung mit einer Hardware für eine wirksame Abgasreinigung hätte einen größeren Nutzen, sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt. „Die Software-Nachrüstung hat wenig Nutzen“, so Gratzer. Bisher hat die deutsche Autoindustrie lediglich eine neue Software für Diesel-Fahrzeuge versprochen. „Es braucht eine Abgasreinigung, die permanent funktioniert.“ Klar sei, dass die Hersteller die Nachrüstung bezahlen müssten. Die technischen Möglichkeiten seien vorhanden. „Es gibt ja Abgasreinigungssysteme, die nicht nur den halben Tag funktionieren oder nicht nur bei Sonnenschein funktionieren“, darauf hätten die Autofahrer ein Recht.

Die für Österreichs Wirtschaft wichtige Zulieferindustrie sollte sich darauf einstellen, wie die Zukunft ausschaut. „Wenn wir uns nicht rechtzeitig darauf umstellen, auf die Zukunft der Mobilität, auf die zukünftigen Antriebstechnologien, dann werden Arbeitsplätze gefährdet“. „Unter anderem“ gehe es dabei um Elektroautos. „In der Gesamtbilanz, inklusive der Herstellung, inklusive des Recyclings, inklusive des Fahrens“ seien Elektroautos „um ein Vielfaches besser, wenn sie mit Strom aus erneuerbarer Energie angetrieben werden“. Diese Chance solle Österreich nutzen.

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