Berlusconi feilt an Herbstkampagne gegen Grillo und Renzi

Rom (APA) - Gestärkt durch einen Wellness-Urlaub in Meran und einen Aufenthalt in seiner Villa auf Sardinien feilt Italiens Ex-Premier Silvi...

Rom (APA) - Gestärkt durch einen Wellness-Urlaub in Meran und einen Aufenthalt in seiner Villa auf Sardinien feilt Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi an seiner Herbstkampagne. Der Ex-Premier will nach den August-Ferien eine große Koalition für die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr aufbauen.

Damit erhofft der 80-jährige Medienzar, 40 Prozent der Stimmen zu gewinnen und dank der Mehrheitsprämie in der Abgeordnetenkammer die Regierung des Landes zurückzuerobern. Um sein Projekt zu konkretisieren, ist Berlusconi auch bereit, seinem ehemaligen Ziehsohn, Außenminister Angelino Alfano, zu verzeihen. Dieser hatte sich 2013 im Streit von Berlusconi getrennt und eine eigene Mitte-Rechts-Kraft gegründet. Alfanos Alleanza Popolare (AP) unterstützt die Regierung von Premier Paolo Gentiloni.

Alfano signalisiert Bereitschaft, der neuen lockeren Wahlallianz beitreten, von der sich Berlusconi sein politisches Comeback erhofft. Der Allianz sollen auch die ausländerfeindliche Lega Nord und die Rechtspartei „Brüder Italiens“ sowie die christdemokratische UDC beitreten.

Berlusconi will die Stimmen jener Wähler gewinnen, die weder der regierenden Demokratischen Partei um Ex-Premier Matteo Renzi noch der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung des Starkomikers Beppe Grillo die Regierung Italiens anvertrauen wollen. Die Verhandlungen mit den einzelnen Gruppierungen führt der Ex-Regionenminister Enrico Costa. Dieser hatte erst vor zwei Wochen die Regierung Gentiloni verlassen, um sich wieder seiner Ex-Partei Forza Italia anzuschließen.

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Inzwischen rüstet sich die Forza Italia für Regionalwahlen auf Sizilien am 5. November. Der Urnengang auf der Insel ist der letzte Wahltest vor den Parlamentswahlen im Frühjahr 2018. Berlusconis Forza Italia schickt den Ex-Staatssekretär im Arbeitsministerium, Nello Musumeci, ins Rennen. Der 62-Jährige soll von einer heterogenen Front von Rechtsparteien unterstützt werden.


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