Asylwerber stellen jetzt ihre eigenen Ersthelfer

28 Bewohner der Heime Roppen, Ötztal-Bahnhof, Sautens und Oetz machten einen Rotkreuz-Kurs. Das Projekt Marjam sucht Patinnen.

Stolz präsentieren die Absolventen ihre Dekrete, die Simon Klotz (l.) kurz zuvor übergab.
© Regionalmanagement Bezirk Imst

Roppen –Stolz zeigten sie ihre Urkunden in die Kamera: Kurz zuvor hatte der stellvertretende Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Imst, Simon Klotz, die Dekrete vor der Roppener Asylwerberunterkunft übergeben. Diese weisen die Gruppe als ausgebildete Ersthelfer aus. Insgesamt haben 28 Personen aus den Heimen in Roppen, Ötztal-Bahnhof, Sautens und Oetz diese Spezial-Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert.

„Im Notfall richtig reagieren ist für Einheimische schon keine leichte Aufgabe“, betont Marlies Trenkwalder vom Regionalmanagement Imst. Als Neuling in einem anderen Land sei das aber eine Herausforderung: Stress, eine noch unbekannte Sprache, kein Wissen über das lokale Gesundheitssystem und oftmals auch keine Kenntnisse über Erste Hilfe – Probleme, welche man mit dem Projekt „Erste-Hilfe-Beauftragte für Asylunterkünfte“ entgegentreten möchte. Das Projekt des Regionalmanagements Bezirk Imst wurde in Zusammenarbeit mit den Tiroler Sozialen Diensten und dem Roten Kreuz bereits im Dezember des vergangenen Jahres pilothaft gestartet.

„Es ist eine andere Art zu unterrichten, man arbeitet sehr viel praxisorientierter, verwendet eine bildhafte Sprache und vor allem lernt man selbst wieder Hochdeutsch zu sprechen“, resümiert Anton Koler, Kursleiter vom Roten Kreuz. Zudem lerne man auch viel über die Kultur der Teilnehmer und baue gegenseitig Verständnis auf, so Koler. Die nächsten Kurse sind für Herbst geplant, darüber hinaus werde man auch versuchen, das Projekt auf andere Bezirke auszuweiten.

Nach einer erfolgreichen Pilotphase im Bezirk Schwaz wurde ein anderes Projekt, nämlich „Marjam“, nun auf alle Bezirke außer Innsbruck-Land und Innsbruck-Stadt ausgerollt. So auch im Bezirk Imst. Dabei geht es um Patenschaften für Frauen auf der Flucht und Interkulturelle Frauencafés. „Wir starten mit den Frauencafés im September“, kündigt die Imster Projektverantwortliche Marlies Trenkwalder an. Derzeit laufen Gespräche, um die entsprechenden Räumlichkeiten zu finden. Frauen, die sich für eine Patenschaft interessieren, sind herzlich eingeladen, sich beim Freiwilligenzentrum Imst unter 05417/200 18 zu melden. (TT)

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