Wieder Panne in Frankreichs Alt-Atomkraftwerk Fessenheim

Die Sicherheit sei nicht gefährdet gewesen. Dennoch war es nicht der erste Ziwschenfall im 40 Jahre alten Atomkraftwerk. 2019 soll das AKW Fessenheim endgültig abgeschaltet werden.

Fessenheim ist das älteste noch laufende Atomkraftwerk in Frankreich.
© AFP

Straßburg – Im umstrittenen französischen Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland ist es bei Wartungsarbeiten zu einer Panne gekommen. Ein Baustellenkabel hätte vermutlich das Schließen einer Schleuse zum radioaktiven Bereich des Reaktors 1 verhindern können, wie der Betreiber EDF berichtete.

Der Reaktor 1 war im Juli für einige Wochen angehalten worden, um einen Teil der Brennstäbe auszutauschen und die Anlage zu warten und zu kontrollieren.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitag vergangener Woche. Er habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage gehabt, so der Betreiber. Die französische Atomaufsicht sei über einen Fall der Stufe eins informiert worden. Die Skala reicht bis zur Stufe sieben, dies ist dann ein schwerer Unfall.

Deutschland und Umweltschützer sehen das 1978 in Betrieb genommene älteste französische Atomkraftwerk schon lange als Sicherheitsrisiko. Im April hatte die französische Regierung nach langem Hin und Her die Schließung von Fessenheim offiziell besiegelt. Der zweite Fessenheim-Reaktor steht nach früheren Angaben bereits seit Mitte Juni 2016 still, weil die Atomaufsicht ein Prüfzertifikat entzogen hatte. Schon im April war der Reaktor 1 nach einer Störung im nicht-nuklearen Teil der Anlage angehalten worden.

Anfang 2018 soll das Kraftwerk wieder ans Netz gehen. Laut aktueller Planung soll es aber endgültig stillgelegt werden, sobald im nordfranzösischen Flamanville ein neuer Druckwasserreaktor in Betrieb ist. Dafür peilt der Betreiber EDF das Jahr 2019 an.

Im vergangenen Jahr hat das AKW nach Angaben des Betreibers 8,4 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Es deckt damit laut EDF rund zwei Drittel des Strombedarfs im Elsass. Das AKW ist seit 40 Jahren in Betrieb.

(APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte