Wiener Gürtel-Nightwalk wird 20: Gratis-Konzerte und ein Abschied

Wien (APA) - Der Gürtel-Nightwalk in Wien feiert heuer einen Runden: 20 Jahre hat die Pop-Nachtwanderung zwischen Lerchenfelder und Alser St...

Wien (APA) - Der Gürtel-Nightwalk in Wien feiert heuer einen Runden: 20 Jahre hat die Pop-Nachtwanderung zwischen Lerchenfelder und Alser Straße bereits auf dem Buckel. Bei der Jubiläumsausgabe am 26. August gibt es einmal mehr Gratis-Konzerte unter freiem Himmel und indoor. Die langjährigen Gastgeber, drei SPÖ-Mandatare, ziehen sich indes als Organisatoren zurück.

Grundsätzlich setzt man beim Nightwalk, dessen Programm am Donnerstag in einer Pressekonferenz präsentiert wurde, auf die gewohnten Zutaten. In und vor diversen Gürtellokalen konzertieren Bands bei freiem Eintritt. Besucher sind eingeladen, die Lokalmeile zu Fuß abzuklappern und eventuell die eine oder andere Entdeckung musikalischer oder fortgeherischer Art zu machen.

Die Open-Air-Bühnen befinden sich wieder vor jenen Häusern, die vor mehr als zwei Jahrzehnten die Vorhut bei der Besiedlung der damaligen Problemzone gemacht haben. Das Chelsea setzt mit Thirsty Eyes und Reverend Backflash auf Rock ‚n‘ Roll, beim Rhiz geht es etwas elektronischer und verspielter zu: Neben Kids N Cats bestreitet Bernhard Fleischmann - diesmal erstmals mit Band - einen Auftritt.

Vor dem B72 gastieren heuer Onk Lou und die Band Freud. Nach dem Nachnamen einer hierzulande äußerst bekannten Persönlichkeit hat sich auch die Truppe Prohaska benannt, die die Bühne im Bereich Loop und Gürtelbräu entern. Gypsy Jazz geben danach Gewürztraminer zum Besten.

In den genannten Lokalen, aber auch in zahlreichen anderen Locations wie dem Loft, der Auslage, dem Weberknecht oder dem Coco geht es dann im Innenbereich weiter - mit Konzerten oder DJ-Sets. Einen Hauch Feminismus will man im Kubus Valie Export verströmen. Zur Auflegerei von Djane CounTessa werden symbolisch Magazine entsorgt, die Gewichtsprobleme „reißerisch thematisieren“, wie es in der Ankündigung heißt. Das Volxkino macht traditionellerweise ebenfalls wieder Station beim Nightwalk. Heuer wird „Cafe Belgica“ im Durchgang zur Laudongasse gezeigt.

Organisiert wird der nächtliche Fußmarsch wiederum von den beiden Wiener SPÖ-Gemeinderäten Heinz Vettermann und Kurt Stürzenbecher sowie der roten Nationalratsabgeordneten Nurten Yilmaz. Für alle drei wird es allerdings die letzte Ausgabe des Mini-Festivals sein - zumindest als Gastgeber. „Wir werden das nach 20 Jahren in andere Hände legen“, kündigte Yilmaz. Wer nachfolgt, ist noch unklar. Aber es sollen wieder rote Vertreter aus den Bezirken Josefstadt, Ottakring und Hernals - sie grenzen an die Lokalmeile an - sein, sagte Yilmaz der APA.

Wer das scheidende Trio noch einmal erleben will, ist ins Cafe Carina eingeladen. Dort eröffnen die drei Urgesteine - wobei Yilmaz „erst“ 2001 dazustieß und den damaligen Gemeinderat und nunmehrigen SPÖ-Klubchef Christian Oxonitsch ablöste - zum letzten Mal die Veranstaltung mit Lesungen eigener Ergüsse bzw. aus - wohl zumeist unfreiwillig komischen - Protokollen von Plenarsitzungen.

Angefangen hat der Gürtel-Nightwalk 1998 mit drei Lokalen und einigen Hundert Besuchern. Inzwischen beteiligen sich jährlich knapp 20 Locations, die zuletzt rund 23.000 Nachtschwärmer anzogen haben.

(S E R V I C E - Alle teilnehmende Lokale mit Konzerten und Beginnzeiten finden sich unter http://www.guertelnightwalk.at/)


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