„Die sind nur mit Glück aufgestiegen“

Während zum Unterhaus-Auftakt der FC Achensee im Derby gegen SV Achenkirch mit 0:5 baden ging, hatte das erste Stadtderby seit über zehn Jahren zwischen Wilten und Veldidena einen Hauch von Klassenkampf.

Am Innsbrucker Besele setzten die Fans bei der Wiederauflage des Stadtderbys Wilten gegen Veldidena mit Transparenten ein Zeichen.
© Michael Kristen

Von Benjamin Kiechl und Thomas Böhm

Innsbruck, Buchau –Offiziell sind 450 Fans am Fußballplatz, manche sagen das halbe Dorf. Zum Auftakt der neuen Unterhaus-Saison rumorte es Freitagabend beim Achensee-Derby zwischen dem FC Achensee und Aufsteiger SV Achenkirch. „Die sind ja nur mit Glück aufgestiegen“, sagt FC-Achensee-Fan Benjamin Hollaus und kann sich einen kleinen Seitenhieb vor Anpfiff des Bezirksliga-Derbys nicht verkneifen. „Hier spielen Freunde gegeneinander. Jeder kennt jeden. Kampfgeist ja, aber das Spiel bleibt fair.“

Zähneknirschend mussten Hollaus und Co. letztlich den 5:0-Derbysieg von Achenkirch zur Kenntnis nehmen. Das kühle Bier schien bei der Frust- bewältigung zu helfen. Über mangelnden Umsatz konnte sich Küchenchef Michael Krischan nicht beklagen. „Ich rechne mit 250 Essen“, sagt er, während Schwager Jirka einen der heiß begehrten Achensee-Burger zubereitete: mit Bacon, frisch gebrutzeltem Fleisch, Tomaten, Salat und selbst kreierter Cocktailsoße.

Volles Haus bei der Neuauflage des Achensee-Derby am Sportplatz Buchau: 450 Fans ließen sich das Duell zwischen FC Achensee und Aufsteiger Achenkirch nicht entgehen.
© Thomas Böhm

Besonders gut schmeckten Schweinskarree und Frankfurter Würstl freilich den 150 mitgereisten Fans aus dem rund zwölf Kilometer entfernten Achenkirch. Platzsprecher Jürgen „Poldi“ Seisl träumt sogar vom Durchmarsch in die Gebietsliga. „Das ist sicher möglich. Zumindest bei den Top vier sind wir dabei!“ Das Lokalderby wäre dann in der nächsten Saison aber schon wieder Geschichte.

Erstmals seit 2004 ging es am Samstag am Besele beim Innsbrucker Stadtderby zwischen SK Wilten und der Veldidena (BL West) wieder heiß her. „Die Anspannung war groß“, sagt Wilten-Obmann Ante Polzinger nach dem 1:0-Sieg erleichtert. Nun sei der Aufsteiger endgültig in der neuen Liga angekommen – ganz zur Freude des Fanklubs „Chaos Crew“. Das Duel­l zwischen dem ehemaligen Arbeiterverein Wilten (Gründung 1923) und der bürgerlichen Veldidena (1919) sei friedlich verlaufen – und die Vorfreude aufs nächste Derby steigt.


Kommentieren


Schlagworte