Fußball: Mexikos Kapitän Marquez wies Kartellkontakte zurück

Guadalajara (APA/dpa) - Mexikos Teamkapitän Rafael Marquez hat die vom US-Finanzministerium erhobenen Vorwürfe gegen seine Person bestritten...

Guadalajara (APA/dpa) - Mexikos Teamkapitän Rafael Marquez hat die vom US-Finanzministerium erhobenen Vorwürfe gegen seine Person bestritten. „Ich weise kategorisch jedwede Verbindung zu dieser Organisation und zu den Taten zurück“, betonte der 38-Jährige am Mittwoch auf einer Pressekonferenz auf dem Gelände seines Clubs in Guadalajara, dass er nichts mit dem Verbrechersyndikat von Raul Flores Hernandez zu tun habe.

Zuvor war der Fußball-Star, der nun bei CF Atlas unter Vertrag steht, freiwillig bei der Staatsanwaltschaft vorstellig geworden und hatte seine Aussage gemacht. „Das ist das schwerste Spiel meines Lebens, aber ich werde es meistern. Ich werde versuchen, das alles aufzuklären und wieder der Rafa Marquez zu sein, den ihr kennt“, gab der Defensivspieler, der von 2003 bis 2010 für den FC Barcelona gespielt hatte, zu Protokoll.

Marquez findet sich gemeinsam mit Drogenbaronen und Terrorhelfern auf der schwarzen Liste des US-Finanzministeriums wieder. Die Behörde geht davon aus, dass der Fußball-Profi als Strohmann für das Verbrechersyndikat des mexikanischen Rauschgifthändlers Raul Flores Hernandez gedient hat. Dieser war vor drei Wochen im Bundesstaat Jalisco festgenommen worden, wie die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Das Vermögen von Marquez in den Vereinigten Staaten ist mittlerweile eingefroren, US-Bürger dürfen keine Geschäfte mehr mit ihm machen. Zudem wird sein Visum annulliert. Insgesamt 22 Mexikaner und 43 Unternehmen setzte das US-Finanzministerium auf die schwarze Liste. Flores war seit den 1980er-Jahren im internationalen Drogengeschäft aktiv. Er soll Geschäftskontakte zum Sinaloa-Kartell und dem Verbrechersyndikat Jalisco Nueva Generacion - den derzeit einflussreichsten kriminellen Organisationen in Mexiko - unterhalten haben.

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Besonders geschickt soll Flores in der Geldwäsche und dem Anlegen seiner illegalen Gewinne sein. Nach Einschätzung des US-Finanzministeriums hat ihm Fußballstar Marquez dabei geholfen. Neun seiner Firmen und Organisationen wurden nun auf die schwarze Liste gesetzt, darunter eine Fußballschule und eine Stiftung.

Der „Kaiser von Michoacan“ - wie Marquez in Anlehnung an die deutsche Fußball-Legende Franz Beckenbauer und seine Heimat genannt wird - war bei vier Weltmeisterschaften (2002, 2006, 2010 und 2014) dabei und gewann mit Barcelona zweimal die Champions League (2006 und 2009). In der Nationalmannschaft gilt der 38-Jährige noch immer als Führungsfigur und Motivator. „Durch sein Spiel macht er andere noch besser“, sagte Trainerlegende Pep Guardiola einmal über ihn.


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