Ein fröhliches Motorrad-Volksfest und 8000 Sandsäcke in Spielberg

Starkregen, Sonnenschein und ganz viel Vorfreude: Die Fans feiern auf den Campingplätzen in Spielberg dem MotoGP-Wochenende entgegen.

Rund 95.000 werden zur MotoGP-Party in Spielberg erwartet, 180 Feuerwehrleute stehen parat.
© gepa

Von Sarah Ruckhofer (Kleine Zeitung)

Spielberg – Es ist eine eigen­e Welt, die am Donnerstag auf den Campingplätzen rund um den Red-Bull-Ring errichtet wurde: Für wenige Tage im Jahr entsteht hier ein Eldorado für Motorrad-Freaks, die ihre Liebe zum rasanten Motorsport kollektiv ausleben. Schon am Donnerstagvormittag matchen sich Gäste aus aller Welt um die besten Plätze, am Nachmittag wird dann Party gemacht. Die Stimmung kocht – typisch für die MotoGP, die schon im Vorjahr Spielberg in eine große Partyzone verwandelte.

Was die MotoGP-Fans von anderen Motorsport-Enthusiasten unterscheidet? „Wir sind definitiv verrückter. Und jünger, die MotoGP kann sich fast jeder leisten, darum ist so viel Jugend da“, erklärt Rossi-Fan Mike aus Deutschlandsberg. Er ist gleich mit 24 Freunden und einem Kleinbus angereist. Am Dach wird gegrillt. Brandschutz, Vorschriften? „Am Campingplatz gibt’s keine Regeln!“ Ein Satz, den die Einsatzkräfte so nicht unterschreiben würden.

Über 300 Vertreter von Polizei, Rettung und Feuerwehr sind am Wochenende in Spielberg stationiert. Die Feuer­wehr begann schon gestern mit Brandschutz-Patrouillen auf den Campingplätzen, setzt dabei vor allem auf Aufklärung: „Burschen, bitte, zündets die Plane nicht an!“ „Das ist Lagerfeuerromantik.“ Mit viel Humor meistern die Feuerwehrler auch diese Situation.

Viel zu tun könnte am Wochen­ende das Rote Kreuz bekommen. Schon gestern spielte das Wetter alle Stückerl, brachte in der Nacht Hagelstürme, am Vormittag Gewitter und Starkregen, am Nachmittag blauen Himmel und schwüle Temperaturen. Der Rat der Sanitäter: viel trinken, und zwar nicht unbedingt die Flüssigkeiten, die am Campingplatz literweise fließen ...

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Seit vergangenem Freitag im Dauereinsatz ist die Feuer­wehr. Schwere Unwetter suchten den Bezirk Murtal heim, sieben Gemeinden sind nach wie vor Katastrophengebiet – darunter auch Spielberg. Am Ring selbst ist davon wenig zu merken, nur wer genau hinsieht, entdeckt die Spuren der Verwüstung.

Die noch immer anhaltenden Aufräumarbeiten laufen hinter den Kulissen ab, unsichtbar für die bestens gelaunten Fans. „Wir haben die ganze Nacht Wasser abgepumpt“, berichtet Erwin Grangl vom Bereichsfeuerwehrverband Knittelfeld. In erster Linie galt es, das Rückhaltebecken des Red-Bull-Rings zu leeren – eine Vorgabe der Behörde, um die Sicherheit während der Veranstaltung zu gewährleisten. „Da schaut es momentan gut aus, das Auffanggefäß hat wieder Kapazität“, so Grangl.

8000 Sandsäcke stehen bereit, zudem kommt übers Wochen­ende ein Mischwagen zum Einsatz. Dieser wird mit Sand gefüllt und soll helfen, rasch und effizient Sand­säcke zu füllen. 180 Feuerwehrmänner und -frauen sind bis Sonntag am Ringgelände in Zwölfstundenschichten unterwegs, im (unwahrscheinlichen) Fall eines weiteren Unwetters stehen Einheiten aus den umliegenden Feuerwehrbezirken bereit.

95.000 Besuchern stürmten im Vorjahr am Rennsonntag den Red-Bull-Ring – ohne Verkehrskollaps. So soll auch heuer alles glatt laufen – trotz aufgeweichter Wiesen.

© APA

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