Umstrittene Vorrangflächen

Landwirtschaftliche Ressourcen im Planungsverband „Inntal – Mieminger Plateau“.

© Paschinger

Innsbruck, Obsteig –Seit 2015 verfolgt die Landesregierung das Ziel, einen ausreichenden Bestand an landwirtschaftlichen Vorrangflächen sicher- zustellen. Nun meldet der zuständige LR Johannes Tratter „erstmals landwirtschaftliche Vorsorgeflächen für den Planungsverband Inntal – Mieminger Plateau“. Bislang seien in neun Planungsverbänden entsprechende Flächen ausgewiesen worden, in weiteren vier „laufen bereits die Raumordnungsverfahren.“

Der Landtagsentschließung folgend wurden einerseits bestehende Raumordnungsprogramme für landwirtschaftliche Vorrangflächen und überörtliche Grünzonen überarbeitet und fortgeschrieben. Andererseits werden neue Raumordnungsprogramme für landwirtschaftliche Vorsorgeflächen landesweit nach einer einheitlichen Methodik erstellt. Dies unter besonderer Beachtung der Bodenbonität, der Flächengröße sowie der Hangneigung mit dem Ziel, die zeitgemäße Entwicklung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft zu ermöglichen und zu sichern.

Wobei – ganz ohne Probleme gingen diese Ausweisungen nicht vor sich: „Wir in Obsteig sind davon ausgenommen, weil wir ohnehin schon ein Landschaftsschutzgebiet haben“, erklärt der Obsteiger Bürgermeister Hermann Föger. Die Gemeinde hatte schon zuvor gegen diese Ausweisung interveniert und es gab auch seitens einiger Grundeigentümer Einsprüche. Die Behörde habe dann letztlich eingesehen, dass das eine doppelte Verordnung wäre, so Föger. Schon jetzt sei es so, dass die Plateaugemeinde vom Landschaftsschutz eingeschnürt sei.

Im Planungsverband Inntal – Mieminger Plateau ist Obsteig nicht die einzige Gemeinde, die durch ein Schutzgebiet von dieser Vorsorge-Verordnung ausgenommen ist. In Silz und Stams wirkt das Natura-2000-Gebiet, das den Ortolan bereits schützt.

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Insgesamt wurde im Bezirk Imst schon öfter Kritik an der Ausweisung dieser landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen laut. So hatte sich auch schon der Bürgermeister von Karres, Willi Schatz, dagegen gewehrt, dass diese Flächen direkt an den Dorfkern heranreichen und damit eine natürliche Entwicklung der Gemeinde behindere. (TT, pascal)


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