Pneumokokken und Haemophilus influenzae B - manchmal hoch gefährlich

Wien (APA) - Pneumokokken (Streptoccus pneumoniae) und Haemophilus influenzae B sind zunächst aus der Pädiatrie bekannte Bakterien. Erstere ...

Wien (APA) - Pneumokokken (Streptoccus pneumoniae) und Haemophilus influenzae B sind zunächst aus der Pädiatrie bekannte Bakterien. Erstere rufen vor allem Mittelohr- und Lungenentzündungen hervor. Pneumokokken können bei Betagten lebensgefährliche Lungenentzündungen verursachen, Haemophilus influenzae B war ehemals wegen tödlicher Kehlkopfentzündungen bei Babys gefürchtet.

Pneumokokken treten bei etwa jedem zweiten Menschen im Nasen- und Rachenraum auf und sind in der Regel harmlos. Ebenso sind sie in der Lage, Mittelohrentzündungen und Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung; Anm.) auszulösen, eitrige Meningitis oder eben Lungenentzündungen. Für Kinder ist die Immunisierung gegen Pneumokokken im Gratis-Impfplan vorgesehen. Seit vielen Jahren wird auch die Impfung für Menschen ab dem mittleren Lebensalter propagiert. „Im Kindesalter haben wir viele Pneumokokken-Erkrankungen und im Alter auch“, sagte dazu vor einiger Zeit der Wiener Impfspezialist Herwig Kollaritsch. Bei den einen ist das noch unreife Immunsystem der Grund, bei den anderen das bereits erschöpfte System.

Während Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündung äußerst unangenehm, aber per se nicht gefährlich sind, sieht die Sache bei den sogenannten invasiven Pneumokokken-Erkrankungen mit Sepsis inklusive Lungenentzündungen anders aus. Von den 323 Fällen, die in Österreich 2014 erfasst wurden, endeten 14 tödlich. 80 Prozent der Patienten waren über 45 Jahre alt.

Auch Haemophilus influenzae B ist ein Keim, der außerhalb von Spitälern bei älteren Menschen oft Lungenentzündungen hervorruft. Speziell gefährlich ist das Bakterium aber bei Babys und Kleinkindern. Das war auch der Grund, warum die Immunisierung dagegen in das Gratis-Kinderimpfprogramm aufgenommen worden ist (im sogenannten Sechsfach-Impfstoff enthalten). Prinzipiell sind Infektionen durch Pneumokokken oder Haemophilus influenzae B gut mit Antibiotika behandelbar. Aber die Medikamente müssen wegen Resistenzen nicht immer wirken. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders gefährdet. Die Impfungen schützen zu weit mehr als 90 Prozent.

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