Von der Leyen: „Trump hätte besser geschwiegen“

Berlin/Pjöngjang (APA/AFP) - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat US-Präsident Donald Trump eine Mitverantwor...

Berlin/Pjöngjang (APA/AFP) - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat US-Präsident Donald Trump eine Mitverantwortung für die Eskalation des Nordkorea-Konfliktes gegeben. „Jeder Tropfen Öl, der beim Thema Nordkorea ins Feuer gegossen wird, ist zu viel“, sagte von der Leyen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit Blick auf die Äußerungen des US-Staatschefs. „Präsident Trump hätte besser geschwiegen“.

Trump sage „zu vielen Themen in einem Moment das eine und im nächsten das Gegenteil“, kritisierte die Verteidigungsministerin. Selbst Insider in Washington wüssten nicht mehr, „was vom Handeln des Präsidenten Strategie und was impulsiv“ sei. Als Konsequenz sieht von der Leyen einen Einflussverlust der USA in der Weltpolitik: „Das sprunghafte und teils widersprüchliche Agieren des amerikanischen Präsidenten führt bereits dazu, dass viele Akteure das Thema Sicherheit verstärkt unabhängig von ihm angehen.“

Auch der deutsche SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kritisierte die verbale Eskalation des Konflikts durch den US-Präsidenten. „Alle unsere Befürchtungen, die wir verbunden haben mit der Unberechenbarkeit der Politik von Donald Trump, werden bedauerlicherweise jetzt bestätigt“, sagte er am Freitag in Berlin. Russland und China forderte der SPD-Chef auf, ihre „besondere Verantwortung“ wahrzunehmen und mäßigend auf Nordkorea einzuwirken. „Ich glaube, jetzt ist die Stunde der Diplomatie.“

Nordkorea treibt trotz internationaler Sanktionen sein Raketen- und Atomwaffenprogramm seit Jahren voran. Im Juli testete das abgeschottete Land zwei Interkontinentalraketen, die nach Einschätzung von Experten das US-Festland treffen könnten. Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt immer weiter verschärft. Am Freitag drohte Trump unverhohlen mit einem militärischen Vorgehen. „Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

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