Zürcher Börse schließt mit Abschlägen

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag angesichts der Nordkorea-Krise weiter an Terrain eingebüßt und die Woche kla...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag angesichts der Nordkorea-Krise weiter an Terrain eingebüßt und die Woche klar im Minus abgeschlossen.

Der Leitindex SMI kam nach zunächst moderaten Kursverlusten im Verlauf des Tages stärker unter Druck und konnte die Marke von 8.900 Punkten nicht verteidigen. Schwächere US-Inflationsdaten und die leichte Erholung an der Wall Street boten den europäischen Märkten keine nachhaltige Stütze.

Die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea sowie die eskalierende Rhetorik zwischen dem US-Präsidenten und dem Machthaber in Pjöngjang waren das dominierende Thema. Aus Furcht vor einer Eskalation hätten viele Anleger vor dem Wochenende Gewinne mitgenommen, hieß es. Von Panik war an den Märkten allerdings nichts zu spüren. Dennoch nahm die Volatilität und die Suche nach sicheren Anlagen zu. In der Schweiz kletterte der Volatilitätsindex VSMI um 13 Prozent in die Höhe. Und an den Devisenmärkten waren der japanische Yen und der Schweizer Franken gefragt.

Bis Börsenschluss verlor der Swiss Market Index (SMI) 0,74 Prozent auf 8.884,04 Punkte. Im Wochenverlauf büßte der SMI 3,2 Prozent ein, nachdem er am Montag noch auf ein Jahreshoch geklettert war. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sank am Freitag um 0,73 Prozent auf 1.415,77 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,74 Prozent auf 10.112,23 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titeln lagen am Ende bis auf Sika alle im Minus.

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Von der wachsenden Unsicherheit an den Börsen waren besonders Finanzwerte betroffen. So sanken UBS und Credit Suisse um 1,0 Prozent und 1,3 Prozent, während sich Julius Bär gar um 1,8 Prozent verbilligten. Bei der CS wurde inzwischen bekannt, dass sie ihren Mitarbeitern den Handel mit bestimmten Venezuela-Bonds untersagt. Das Finanzinstitut wolle nicht in Transaktionen mit einer Regierung verwickelt werden, welche Menschenrechte verletze, hieß es.

Auch die Zurich-Papiere (-1,0 Prozent) konnten sich nach dem eigentlich soliden Zahlenausweis vom Donnerstag der allgemein schwachen Börsenstimmung nicht entziehen. Im Nachgang erhöhten einige Analysten das Kursziel für den Versicherer. Die Zurich sei trotz intensivem Wettbewerb auf gutem Wege, die kommunizierten Finanzziele zu erreichen, so der Analyst der DZ Bank. Swiss Life (-0,8 Prozent) berichtet am kommenden Mittwoch über das erste Halbjahr.

Die Aktien des Personalvermittlers Adecco gaben nach dem Kursrutsch vom Vortag um weitere 0,5 Prozent nach. Adecco hatte mit dem Bericht zum zweiten Quartal enttäuscht und einige Analysten senkten das Kursziel. Nachdem Adecco im ersten Quartal noch in den meisten Märkten zu seinen Konkurrenten aufgeschlossen hatte, habe die Gesellschaft in Frankreich, dem US-Markt und auch in Deutschland einiges an Boden verloren, hieß es bei Kepler Cheuvreux. Trotzdem bestätigten Kepler, S&P und JPMorgan die „Kauf“-Empfehlungen.

Am stärksten verbilligten sich bei den Bluechips aber Vifor Pharma (-3,3 Prozent). Für den Titel hat die ZKB das Rating „Untergewichten“ bekräftigt. Die Aktie sei nicht günstig bewertet; zudem müsse das Unternehmen durch drei schwierige Jahre mit hohen Investitionen gehen, um das Medikament Veltassa zum Erfolg zu bringen.

Auf der Gegenseite gewannen nur Sika (+0,4 Prozent), während Sonova und die Namenaktien von Lindt&Sprüngli (je -0,2 Prozent) nur leichte Einbußen verzeichneten. Bei den Schwergewichten konnten sich Roche (-0,3 Prozent) dem Abwärtssog etwas entziehen. Novartis verloren 0,7 Prozent und Nestlé gar 1,0 Prozent.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA458 2017-08-11/18:25


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