US-Nordkorea-Konflikt dämpft Stimmung an US-Börsen

Pjöngjang (APA/Reuters) - Die Nordkorea-Krise hat zum Wochenschluss die Stimmung an der Wall Street gedrückt. US-Präsident Donald Trump erne...

Pjöngjang (APA/Reuters) - Die Nordkorea-Krise hat zum Wochenschluss die Stimmung an der Wall Street gedrückt. US-Präsident Donald Trump erneuerte seine Drohungen gegen Nordkorea und brachte über Twitter eine militärische Lösung ins Spiel, sollte sich der kommunistische Staat „unklug“ verhalten.

„Die Eskalation der geopolitischen Lage zwischen den USA und Nordkorea erschüttert die Nerven der Investoren“, sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei First Standard Financial. „Der Angstfaktor ist der schlimmste Feind der Märkte und verstärkt sich selbst.“ Der Krieg der Worte hat die Aktienanleger in den vergangenen Tagen weltweit eine Billion Dollar gekostet.

Die unerwartet niedrige Inflation in den USA verhinderte allerdings einen weiteren Tag mit Verlusten. Die Teuerungsrate fiel etwas geringer aus als erwartet. Das schürte Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed auf eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr verzichten könnte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum frühen Nachmittag 0,2 Prozent auf 21.897 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 2.445 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,6 Prozent zu auf 6.260 Stellen.

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Der Snapchat-Betreiber Snap enttäuschte mit seinen Nutzerzahlen die Anleger. Auch das Versprechen der Gründer, zunächst keine Aktien zu verkaufen, konnte Investoren nicht beruhigen. Die Papiere brachen knapp elf Prozent ein.

Der Umsatz beim Kaufhausbetreiber J.C. Penney sinkt in den Filialen, die seit mehr als zwölf Monaten geöffnet sind. Zugleich weitete sich der Verlust im abgelaufenen Quartal aus. Die Aktien brachen um 17 Prozent ein und fielen zeitweise auf ein Rekordtief.

In Reaktion auf die Nordkorea-Krise erhöhte der Vermögensverwalter Pimco seine Barmittel. Die Allianz-Tochter wolle für künftige Kaufchancen gewappnet sein, sagte Chefinvestor Dan Ivascyn. Pimco verwaltet ein Vermögen von mehr als 1,6 Billionen Dollar (1,36 Billionen Euro)

An Europas Börsen trieb ebenfalls die Sorge vor einem bewaffneten Konflikt zwischen den USA und Nordkorea die Anleger weiter um. Investoren flüchteten in „sichere Häfen“ wie Bundesanleihen und Gold. Der Dax rutschte am Freitag zeitweise und erstmals seit vier Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten. Er ging kaum verändert bei 12.014 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht büßte der deutsche Leitindex 2,3 Prozent ein. Der EuroStoxx50 schloss 0,8 Prozent niedriger bei 3.406 Zählern.


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