Motorrad: 159 Kameras 2 - Entwicklung der On-Board-Kameras

Spielberg (APA) - Zu den besonderen Errungenschaften zählt die Entwicklung des On-Board-Kamerasystems. Am 29. Juni 1985 wurde erstmals eine ...

Spielberg (APA) - Zu den besonderen Errungenschaften zählt die Entwicklung des On-Board-Kamerasystems. Am 29. Juni 1985 wurde erstmals eine Kamera mit Liveübertragung auf einer Honda in der MotoGP eingesetzt. Randy Mamola fuhr sie damals am niederländischen Assen Circuit. Mamola zählte nicht zu den absoluten Top-Fahrern, weshalb man sich von den Aufnahmen Kämpfe um Podestplätze erwartete.

Doch es kam anders: Es regnete und Regen-Spezialist Mamola hatte beim Start aus der ersten Reihe Erfolg. Er ging in Führung und brachte den Sieg heim. Für die Kamera-Premiere war es jedoch nur ein halber Erfolg, denn da er immer voraus war, gab es keine Zweikämpfe zu sehen. Dennoch war die erste Front-Kamera - das System wog 1,325 Kilogramm - der Beginn einer Entwicklung.

Heute sind die Kameras 17 Mal kleiner und wiegen nur noch wenige Gramm. Vier Stück sind derzeit an den Bikes montiert: an der Front für den Blick nach vorne, am Heck für den Blick nach hinten, bei den Armaturen mit Blick auf den Helm sowie eine weitere am Heck mit Blick auf den Rücken des Fahrers.

Seit 1992 hat die Dorna die TV-Rechte und seit 2002 hat sie das System kontinuierlich weiterentwickelt. Zu Beginn wurde das Signal der On-Board-Kameras noch an den Helikopter geschickt, das änderte sich - ebenso wie die Technik. Die Kameras wurden immer kleiner und aerodynamischer.

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Die sogenannten Butt-Kameras, die auf Rücken und Hintern der Fahrer gerichtet sind, sind seit 2003 im Einsatz. Valentino Rossi war der erste mit der Butt-Kamera, gewann das Rennen und „alle waren begeistert von der neuen Perspektive“, schilderte TV-Direktor Sergi Sendra Vives.

Seit 2007 wird das Signal der On-Board-Kameras nicht mehr an den Helikopter geschickt, sondern gelangt digital in die Zentrale. 2008 ergänzte die Dorna die Bildaufnahmen um Aufzeichnungen von Daten wie etwa die Gangschaltung.

Mit 2009 gab es eine weitere Neuerung: Die Kamera-Linsen sind nicht mehr statisch auf den Motorrädern montiert, sondern beherrschen den gyroskopischen Effekt. Das bedeutet, dass sich die Linse in der Schräglage und in den Kurven den Kreiselkräften und dem Trägheitsmoment anpasst.

Seit 2010 werden die Aufnahmen in High Definition (HD) aufgezeichnet und die neuesten Kameras können das Geschehen auch 360 Grad erfassen. Diese „Chase“-Kameras sind aber derzeit noch etwas zu groß, meinte der TV-Direktor. Sie haben den Vorteil, dass sie sich 360 Grad bewegen und damit etwa einen nachkommenden Fahrer bei einem beginnenden Überholmanöver „verfolgen“ können.


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