Kenias Opposition nach Wahlniederlage zum Verzicht auf Gewalt ermahnt

Nairobi (APA/AFP) - Nach zwei Tagen Unruhen mit mindestens 24 Toten ist die Opposition in Kenia aus dem Ausland nachdrücklich zum Verzicht a...

Nairobi (APA/AFP) - Nach zwei Tagen Unruhen mit mindestens 24 Toten ist die Opposition in Kenia aus dem Ausland nachdrücklich zum Verzicht auf Gewalt aufgefordert worden. Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Raila Odinga müsse seinen Anhängern eine „klare Botschaft“ senden, dass sie keine Gewalt anwenden dürften, erklärte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Sonntag.

Der amtierende Präsident Uhuru Kenyatta war aus der Präsidentschaftswahl mit einem Stimmenanteil von mehr als 54 Prozent als eindeutiger Sieger hervorgegangen. Bei Protesten nach der Präsidentschaftswahl in Kenia sind Menschenrechtlern zufolge mindestens 24 Menschen getötet worden. 17 davon seien in der Hauptstadt Nairobi ums Leben gekommen, sagte die Leiterin der kenianischen Menschenrechtskommission, Kagwiria Mbogori, am Samstag. Einige seien von Polizisten erschossen worden. Sicherheitskräfte hätten „unverhältnismäßige Gewalt“ angewandt, kritisierte sie.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte die Opposition auf, „das Ergebnis zu respektieren und die verfügbaren juristischen Mittel für Widerspruch und Beschwerden zu nutzen“. Kenyatta erhielt zu seiner Wiederwahl Glückwünsche unter anderem vom britischen Außenminister Boris Johnson und vom deutschen Außenminister Sigmar Gabriel (SPD).

Gabriel verband die Glückwünsche mit einer Aufforderung an die „Führer der Oppositionsparteien, ihre Zweifel am Wahlergebnis friedlich auf dem Rechtsweg zu klären“, sie sollten „ihre Anhänger zu Ruhe und Besonnenheit auffordern“. Nationale und internationale Wahlbeobachter hätten die Wahl als „transparent und glaubwürdig“ eingeschätzt, fügte Gabriel hinzu.

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Odinga rief seine Anhänger am Sonntagnachmittag bei einer Rede in Nairobis größten Slum Kibera auf, am Montag nicht zur Arbeit gehen. Er kündigte an, am Dienstag seine weiteren Pläne darzulegen, nachdem die Wahl „wie vorhergesagt gestohlen“ worden sei. „Wir werden nicht aufgeben!“, rief Odinga der Menschenmenge zu, die Regierung sei „gescheitert“.


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