Internationale Pressestimmen zu US-Präsident Donald Trump 2

Washington (APA/dpa) - „La Vanguardia“ (Barcelona):...

Washington (APA/dpa) - „La Vanguardia“ (Barcelona):

„Diese Zweideutigkeit, die der Bewohner des Weißen Hauses gegenüber der extremen Rechten kultiviert, ist unerträglich in einem Land, das sich rühmt, ein Beispiel für Respekt und Menschenrechte zu sein. Zurückzuführen ist es auf die starke Unterstützung, die er von eben dieser Rechten im Wahlkampf erhalten hat. (...) Präsident Trump muss diese Position der Zweideutigkeit aufgeben und mit Nachdruck die Nachricht verbreiten, dass niemand einen anderen Menschen wegen seiner Hautfarbe, seiner Herkunft oder seiner Religion hassen darf, so wie Ex-Präsident Barack Obama dies einst unter Berufung auf Nelson Mandela betont hatte. Wenn Trump nicht persönlich seine Position klärt (...), wird dies ein schwerwiegender, gefährlicher und inakzeptabler Präzedenzfall sein, der ernste Konsequenzen für fas Land haben kann.“

„de Volkskrant“ (Amsterdam):

„In seiner Antrittsrede als Präsident hatte er sich zum Sprachrohr derjenigen gemacht, die er die „vergessenen Amerikaner“ nannte. Viele von ihnen stammen aus der weißen Mittelklasse. Sie haben ihm zur Präsidentschaft verholfen, weil sie sich von der etablierten Politik, der Gesellschaft und den Medien unverstanden und benachteiligt fühlten. Trump will sich ihrer teils berechtigten Sorgen annehmen. Das ist sein demokratisches Recht und sogar seine Pflicht. Nur dass dem Land mit einem ideologischen Scharfmacher nicht gedient ist. Ein Präsident soll für alle Amerikaner da sein. Er muss deshalb manchmal zu Kompromissen bereit sein und kann seiner Anhängerschaft nicht immer alles geben, was sie von ihm erwartet. Das haben schon viele Präsidenten erlebt. Trump macht sich das zu wenig klar. Er bedient sich oft einer Rhetorik der verbrannten Erde, nicht nur im Ausland, sondern auch zu Hause. Mit seinen jüngsten Äußerungen dieser Art hat er dem Ungeheuer am rechtsextremistischen Rand neues Leben eingehaucht. Aber vielleicht ist ihm Charlottesville ja auch eine Lehre.“

„Die Welt“ (Berlin):

„Charlottesville war ein Fall von Neonazi-Terrorismus. Das auszusprechen fällt der Regierung Trump schwer. Der Justizminister dient einem Präsidenten, dessen Berater rechtsextremen Gruppen manchmal viel zu nahe stehen. Hoffentlich ändert der Anschlag etwas daran. Selbst Trumps enger Verbündeter, Senator Orrin Hatch, hat gesagt: „Mein Bruder ist nicht im Kampf gegen Hitler gefallen, nur damit Nazi-Ideen jetzt in den USA unwidersprochen vertreten werden.“ Trump braucht Republikaner wie Hatch, wenn er innenpolitisch noch etwas durchsetzen will. Vielleicht bringt ihn der Mord an der Studentin doch noch zum Nachdenken. Vielleicht kommen ihm die Worte „rechtsradikaler Terrorismus“ doch über die Lippen - und vielleicht ist Charlottesville das Ende der Karriere seines Beraters Steve Bannon. Der hat die Nazi-Terroristen glauben lassen, sie hätten in Trump in ihrem Hass auf das „Establishment“ einen Verbündeten.“

„Stuttgarter Zeitung“:

„Nach sechs Monaten Trump-Regierung ist die Gefahr eines Bürgerkriegs im Inneren und eines atomaren Konflikts im Äußeren so real wie nie. Dazu droht der Präsident dem souveränen Venezuela mit einer militärischen Intervention. Die linksliberale Öffentlichkeit in den USA aber wirkt paralysiert, und Trumps Parteifreunde kuschen. Bislang ist niemand in Sicht, der die verhängnisvolle Entwicklung stoppen könnte. Und es ist nicht absehbar, wann das Maß der Tabubrüche voll sein könnte.“

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