Flüchtlinge - Ärzte ohne Grenzen kritisiert Libyen

Berlin/Rom (APA/AFP) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wirft der libyschen Regierung eine Bedrohung ihrer Seenotretter im Mit...

Berlin/Rom (APA/AFP) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wirft der libyschen Regierung eine Bedrohung ihrer Seenotretter im Mittelmeer vor. „Nicht wir handeln illegal, sondern die libysche Regierung, wenn sie unseren Mitarbeitern droht, legale Rettungsaktionen in internationalen Gewässern mit Gewalt zu verbieten“, so Ärzte ohne Grenzen Deutschland am Montag.

Die libysche Marine hatte am Donnerstag erklärt, ausländische Schiffe dürften die Küste des Landes ohne eine besondere Erlaubnis der libyschen Behörden nicht mehr ansteuern. Daraufhin erklärte Ärzte ohne Grenzen, ihr Schiff „Prudence“ werde vorläufig nicht mehr auslaufen.

„Es werden mehr Menschen im Mittelmeer sterben, weil es weniger Schiffe vor Ort gibt, und es werden mehr Menschen in Libyen inhaftiert bleiben“, kritisierte der Deutschlandchef der Organisation, Volker Westerbarkey, in der Zeitung „Welt“ (Montagsausgabe). Das nordafrikanische Land sei „ein Ort der Gesetzlosigkeit, willkürlichen Inhaftierung und extremen Gewalt“.

Die „Prudence“ ist das größte Schiff von Ärzte ohne Grenzen und eines der größten von Hilfsorganisationen im Mittelmeer überhaupt. Die Besatzung hatte alleine im Mai 1.500 Flüchtlinge aufgenommen. Auch die Hilfsorganisation Sea-Eye hatte am Wochenende erklärt, unter den derzeitigen Umständen sei der Einsatz vor der libyschen Küste nicht möglich.


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